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Stammzellen-Spenden: Lob der Streuung

Eine genetische Studie zeigt: Zentren für Stammzellen-Spenden sollte man geografisch möglichst breit streuen. Und: Die Alpen waren offenbar eine Barriere für den genetischen Austausch unserer Vorfahren.

Genetik 26.07.2012

Der sogenannte Haupt-Gewebeverträglichkeits-Komplex (HLA) ist eine Gengruppe beim Menschen, dank der der Körper zwischen eigenem und fremdem Gewebe unterscheiden kann. Dies dient der Abwehr von Krankheitskeimen, führt aber auch zu Abstoßungsreaktionen gegen transplantierte Fremdorgane oder -zellen.

Mit einer Transplantation von Stammzellen, die aus dem Rückenmark oder häufiger aus dem Blutstrom gewonnen werden, lassen sich heute Blutkrebs und andere Blutkrankheiten behandeln. Weltweit haben bereits über 19 Millionen Freiwillige Stammzellen gespendet.

Die Studie

"The Heterogeneous HLA Genetic Makeup of the Swiss Population", PLoS One (doi: 10.1371/journal.pone.0041400).

"Diese Zahl wirkt enorm groß", sagt Stephane Buhler von der Universität Genf, einer der Studienautoren. "Aber angesichts der außerordentlichen Variabilität des HLA-Komplexes ist es extrem schwer, einen passenden Spender außerhalb der eigenen Familie zu finden."

Spender in verschiedenen Zentren weisen eine größere genetische Vielfalt im HLA-Komplex auf als jene im gleichen Zentrum. "Dank der Strategie, Spender regional zu rekrutieren, steht eine größere Bandbreite von genetischen Profilen zur Verfügung", sagt der Forscher. "Dies vergrößert die Chancen, für einen Leukämie-Patienten einen passenden Spender zu finden."

Das HLA-System ist außerdem auch für genetische Anthropologen nützlich, denn seine Variabilität kann Informationen über die Besiedlung einer Region oder eines Kontinents liefern. Die Forscher fanden starke Hinweise darauf, dass die Alpen eine Hürde für den genetischen Austausch darstellen, wie Buhler erklärt.

science.ORF.at/APA/sda

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