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Körperausschnitt (Seite von hinten), Yogapositon vor Bergpanorama

Fotolia, Julien Bastide

Dualisten leben ungesünder

Viele Menschen, ob sie sich dessen bewusst sind oder nicht, sind Dualisten: Sie sehen den Geist und den Körper als zwei eigenständige Einheiten an. Forscher zeigen nun, welche Einflüsse derartige Einstellungen auf das alltägliche Verhalten haben.

Psychologie 27.07.2012

Das in breiten Kreisen der Gesellschaft geltende Motto, wonach in einem gesunden Körper auch ein gesunder Geist wohne, scheint Dualisten weniger anzusprechen. Matthias Forstmann, Pascal Burgmer und Thomas Mussweiler von der Universität Köln konnten nachweisen, dass unsere Vorstellungen über den Zusammenhang von Körper und Geist entscheidende Auswirkungen darauf haben, ob wir uns eher gesundheitsförderlich verhalten oder nicht.

Die Studie

"The mind is willing, but the flesh is weak: The effects of mind-body dualism on health behavior" wurde im Journal "Psychological Science" veröffentlicht.

Im Experiment bekamen zwei Gruppen unterschiedliche Texte über die Interaktion von Körper und Geist zu lesen. Der einen Gruppe wurden dualistische Aussagen präsentiert, nach welchen Geist und Körper zwei voneinander unabhängige Einheiten bilden. Die andere Gruppe beschäftigte sich mit materialistischen Glaubenssätzen, wonach die geistigen Funktionen in erster Linie von biochemischen Prozessen im Körper abhängen. Danach beantworteten die Versuchspersonen Fragen zu gesundheitlichen Themen wie fettarmer Ernährung, regelmäßigen Gesundheitskontrollen, sportlichen Aktivitäten oder hygienischen Verhaltensweisen.

Dualisten legen weniger Wert auf ihren Körper

Forstmann und sein Team fanden heraus, dass Menschen, welche durch dualistische Sätze "geprimed" wurden, weniger Wert auf Verhaltensweisen legen, die die Gesundheit fördern. Sie gefährden eher ihren Körper und sehen ihn als ein Instrument, welches dem Geist dient und das vor allem als Schnittstelle zur Umwelt fungiert. Ein gegensätzliches Verhalten zeigten Testpersonen, welche glaubten, dass der Geist im Körper wohnt und seine Funktionen auch von dessen Zustand abhängen.

Die Forscher glauben, dass diese Erkenntnis dabei behilflich sein könnte, gesundheitsgefährdendes Verhalten einzudämmen. Interventionen, die dualistische Glaubensmuster reduzieren, könnten somit indirekt die Gesundheit fördern - offen bleibt, ob sich mittels Priming fundamentalen Lebensanschauungen tatsächlich verändern lassen.

Aaron Salzer, science.orf.at

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