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Jüngster Anlassfall ist eine Studie aus dem Fachblatt "Nature Climate Change". Darin berichteten Forscher von einem statistischen Zusammenhang - und zwar zwischen der Erwärmung der Ostsee und dem Nachweis eines Bakteriums der Gattung Vibrio, zu der unter anderem auch der Cholera-Erreger gehört.
Links:
"Emerging Vibrio risk at high latitudes in response to ocean warming", Nature Climate Change (doi: 10.1038/nclimate1628).
"Cholera kann über Ostsee nach Deutschland kommen", Die Welt (23.7.12).
"Zusammenhang" heißt in diesem Fall wie so oft: Korrelation, aber nicht zwingend Kausalität. Die Schlagzeile der "Welt" suggeriere letzteres, schreiben der Psychologe Gerd Gigerenzer, der Ökonom Thomas Bauer und der Statistiker Walter Krämer auf ihrer seit 2012 bestehenden Website.
Doch ausgemacht sei diese Lesart keineswegs. Der Zusammenhang könne auch andere Ursachen haben, wie etwa ein verbessertes Meldesystem für Cholera. Und falls die (kausale) Interpretation doch stimme, seien die absoluten Zahlen noch immer sehr gering.
"Nach Angaben des Berliner Robert Koch Instituts wurden von 2001 bis 2010 lediglich 15 Cholerafälle gemeldet. Sollte sich diese Zahl in den nächsten Jahrzehnten verdoppeln, ergäbe das im Durchschnitt künftig drei Cholerafälle pro Jahr. Damit ist die Wahrscheinlichkeit eines Cholerafalls in Deutschland immer noch weniger als ein Fünftel derjenigen, vom Blitz erschlagen zu werden. … Also wie so oft viel Lärm um (praktisch) nichts. Man kann weiterhin beruhigt in der Ostsee baden."
science.ORF.at
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