
Impfstoff könnte Malaria gefährlicher machen
In einem Versuch an der amerikanischen Pennsylvania State University hatten die Wissenschaftler unter Studienleiter Andrew Read mehrere Mäuse mit der Substanz AMA-1 geimpft, die zurzeit bei mehreren Malaria-Wirkstoffen in klinischen Studien getestet wird. AMA-1 soll das Immunsystem dazu anregen, Antikörper zu bilden, die die Malaria-Parasiten daran hindern, in die roten Blutkörperchen einzudringen.
Genetisch verändert
Steckten sich nicht geimpfte Mäuse bei den mit AMA-1 geimpften Artgenossen an, erkrankten sie deutlich schwerer als üblich. Offenbar ließ der Wirkstoff ausgerechnet die gefährlicheren Parasiten am Leben. Eine Impfung mit AMA-1 verändere vermutlich die Gene beim Erreger und mache diesen aggressiver, schreiben die Forscher im Fachjournal "PloS Biology".
Die Studie in „PloS Biology“:
“When Malaria Slips a Vaccine’s Net” von Caitlin Sedwick
Laut den Forschern könnte etwa eine Stechmücke den mutierten Erreger von geimpften auf nicht geimpfte Menschen übertragen, was im Fachjargon als "Leck" bezeichnet wird. Zwar sei es nicht erwiesen, dass eine Impfung mit AMA-1 beim Menschen dieselben Konsequenzen haben könnte. Ausschließen wollen es die Forscher der Pennsylvania State University aber nicht.
Die Wissenschaftler raten, künftig alle größeren Tests von Malaria-Impfstoffen beim Menschen auf solche Veränderungen des Erregers zu prüfen. "Es ist sonst gut möglich, dass sich aggressivere Stämme des Malaria-Erregers entwickeln werden, sobald ein Impfstoff zugelassen und breit eingesetzt wird", warnt Studienleiter Read.
science.ORF.at/APA


