
Schwimmblase verbessert Gehör
Die Forscher verglichen die Formen und Größen der Schwimmblasen von vier Buntbarscharten und zeigten, dass Fische mit größerer Schwimmblase und speziellen Fortsätzen besser hören.
Schwimmblase statt Ohr
Die Studie in "PLoS ONE":
"Relationship between swim bladder morphology and hearing abilities. A case study on Asian and African cichlids" von Tanja Schulz-Mirbach et al.
Die Forscher untersuchten vier Buntbarscharten aus Afrika und Asien. So hatte eine Art aus dem schnell fließenden Kongofluss eine "bis auf einen kleinen Rest reduzierte Schwimmblase". Barsche aus ruhigeren und stehenden Gewässern besitzen größere Schwimmblasen, teilweise mit röhrenförmigen Fortsätzen, die nahe an das Innenohr reichen und es bei einer Art aus Indien sogar berühren.
"Wir haben gezeigt, dass Arten mit spezialisierten Schwimmblasen höhere Frequenzen und niedrigere Schallpegel wahrnehmen als Arten mit reduzierter Schwimmblase", so die Leiterin der Studie, Tanja Schulz-Mirbach vom Department für Verhaltensbiologie der Uni Wien. Um das Hörvermögen der Fische zu messen, verwendeten die Forscher eine Art EEG (Hirnstromkurvenbild). Die Methode werde auch in der Medizin verwendet, man könne damit etwa bei Neugeborenen testen, ob sie in der Lage sind zu hören, erklärte Friedrich Ladich im Gespräch mit der APA.
Ö1-Sendungshinweis:
Über die Studie berichtet auch Wissen Aktuell am 8.8. um 13:55.
Das Gehör von Fischen unterscheidet sich deutlich von der von Säugetieren. Ihnen fehlt nicht nur eine Ohrmuschel, sie haben auch keinen Gehörgang, kein Mittelohr und das Innenohr besitzt keine Schnecke, sagte Ladich. Sie können damit einen weniger hohen Frequenzbereich hören. "Doch wenn die Schwimmblase nach vorne wächst und sich an das Ohr 'anlehnt', kommen Hörempfindlichkeiten zustande, die durchaus mit der von Säugetieren vergleichbar sind", so der Wissenschaftler. Die Fortsätze wären zwar schon vor etwa 50 Jahren beschrieben worden, doch fehlte bisher der Nachweis, dass sie zum Hören dienen.
science.ORF.at/APA


