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Der Indische Buntbarsch Etroplus maculatus

Schwimmblase verbessert Gehör

Die Schwimmblase verleiht Knochenfischen nicht nur Auftrieb, sie hilft ihnen auch beim Hören, fanden Forscher der Universität Wien heraus. Dazu haben manche Fische Fortsätze an der Schwimmblase, die bis zum Innenohr reichen. Der vorderste Teil der Schwimmblasenwand dient dabei als "Trommelfell".

Sinne 08.08.2012

Die Forscher verglichen die Formen und Größen der Schwimmblasen von vier Buntbarscharten und zeigten, dass Fische mit größerer Schwimmblase und speziellen Fortsätzen besser hören.

Schwimmblase statt Ohr

Die Forscher untersuchten vier Buntbarscharten aus Afrika und Asien. So hatte eine Art aus dem schnell fließenden Kongofluss eine "bis auf einen kleinen Rest reduzierte Schwimmblase". Barsche aus ruhigeren und stehenden Gewässern besitzen größere Schwimmblasen, teilweise mit röhrenförmigen Fortsätzen, die nahe an das Innenohr reichen und es bei einer Art aus Indien sogar berühren.

"Wir haben gezeigt, dass Arten mit spezialisierten Schwimmblasen höhere Frequenzen und niedrigere Schallpegel wahrnehmen als Arten mit reduzierter Schwimmblase", so die Leiterin der Studie, Tanja Schulz-Mirbach vom Department für Verhaltensbiologie der Uni Wien. Um das Hörvermögen der Fische zu messen, verwendeten die Forscher eine Art EEG (Hirnstromkurvenbild). Die Methode werde auch in der Medizin verwendet, man könne damit etwa bei Neugeborenen testen, ob sie in der Lage sind zu hören, erklärte Friedrich Ladich im Gespräch mit der APA.

Ö1-Sendungshinweis:

Über die Studie berichtet auch Wissen Aktuell am 8.8. um 13:55.

Das Gehör von Fischen unterscheidet sich deutlich von der von Säugetieren. Ihnen fehlt nicht nur eine Ohrmuschel, sie haben auch keinen Gehörgang, kein Mittelohr und das Innenohr besitzt keine Schnecke, sagte Ladich. Sie können damit einen weniger hohen Frequenzbereich hören. "Doch wenn die Schwimmblase nach vorne wächst und sich an das Ohr 'anlehnt', kommen Hörempfindlichkeiten zustande, die durchaus mit der von Säugetieren vergleichbar sind", so der Wissenschaftler. Die Fortsätze wären zwar schon vor etwa 50 Jahren beschrieben worden, doch fehlte bisher der Nachweis, dass sie zum Hören dienen.

science.ORF.at/APA

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