
Medaillenprognose nah an der Realität
Zieht man den offiziellen Medaillenspiegel heran, der die Goldmedaillen als wichtigstes Kriterium nimmt, vertauschen sich zwar die Plätze 3 und 4 zwischen Russland und Großbritannien. In Summe aller Medaillen erwies sich die Prognose des Volkswirtschaftlers Wolfgang Maennig von der Universität Hamburg aber als ziemlich exakt.
Erst auf dem fünften Rang weicht die Prognose von den tatsächlichen Ergebnissen ab: Deutschland erzielte die fünftmeisten Medaillen, anstatt wie vorhergesagt auf Platz 7 zu landen. In den Top Ten gibt es auch nur kleine statistische Irrtümer: Für Brasilien und die Ukraine prognostizierte Maennig ein besseres Abschneiden, beide verpassten die ersten zehn Plätze knapp.
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Dem Thema widmet sich auch ein Beitrag in Wissen aktuell: 13.8., 13:55 Uhr.
Während der Olympischen Spiele stellten wir eine Reihe von Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen vor, die früher im Spitzensport erfolgreich waren, darunter auch Wolfgang Maennig: zu hören in Wissen aktuell, zu lesen in science.ORF.at.
Vergleich von Vorhersage und Resultaten

Österreich entsprach nicht der Prognose
Nach den zwei Olympischen Wochen in London blieb Österreich ohne Medaille - ein Resultat, das es seit 1964 nicht mehr gegeben hat und das der Volkswirtschaftler nicht vorhergesehen hat. Vier Medaillen und Rang 38 in der Nationenwertung hätten es werden sollen, Platz 86 ist es in der Realität geworden.
Streng genommen handelt es sich bei Maennings Daten um keine Prognosen, wie er vor Beginn der Spiele in einem science.ORF.at-Interview erklärte, sondern um Berechnungen aufgrund ökonomischer und sozioökonomischer Faktoren. Die wichtigsten Faktoren sind die Bevölkerungszahl und die Wirtschaftskraft der jeweiligen Länder. Dazu kommen noch andere Variablen wie z.B. die Frauenpartizipation in einer Gesellschaft und die Erfahrung in verschiedenen Sportarten.
Lukas Wieselberg, science.ORF.at
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