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Sonnenuntergang in einer britischen Heidelandschaft

Viele Tiere suchen in Schutzgebieten Zuflucht

Die weltweite Klimaerwärmung zwingt viele Tierarten, nach Norden zu ziehen, wo niedrigere Temperaturen herrschen. Britische Wissenschaftler haben nun in einer Studie herausgefunden, dass die Tiere auf ihrem Weg dorthin vor allem in Naturschutzgebieten Zuflucht suchen.

Klimawandel 14.08.2012

263 Tierarten untersucht

Ein Forscherteam um den Biologen Chris Thomas von der University of York hatte bei 263 verschiedenen Tierarten in Großbritannien untersucht, in welcher neuen Region sie sich ansiedeln. Bei 256 Arten konnten sie im Rahmen eines "citizen science"-Projekts auf Beobachtungen von Hobbyforschern zurückgreifen, für sieben Vogel- und Schmetterlingsarten führten sie selbst eine Schwerpunktstudie durch.

Die Studie:

"Protected areas facilitate species’ range expansions" von Chris Thomas et al. ist am 13.8. in den "Proceedings of the National Academy of Sciences" (PNAS) erschienen.

Ö1 Sendungshinweis:

Dem Thema widmet sich auch ein Beitrag in Wissen aktuell: 14.8., 13:55 Uhr.

Es zeigte sich, dass sich die von den Forschern selbst untersuchten Vögel und Schmetterlinge viermal häufiger als erwartet in Nationalparks und Schutzgebieten niederließen. 40 Prozent von ihnen besiedelten diese Gebiete, die nur 8,4 Prozent der Fläche Großbritanniens bedecken, im Vergleich zu nicht-geschützten Arealen überdurchschnittlich häufig.

Große Unterschiede

Dabei gab es signifikante Unterschiede, wie oft diese Arten auf die geschützten Gebiete angewiesen waren. So zogen fast drei Viertel der Provencegrasmücken (ein Singvogel) dorthin, auch der Großteil der Komma-Dickkopffalter (Schmetterling) ließ sich an diesen Flächen nieder. Hingegen übersiedelten nur sieben Prozent der Brutvogelart Triel sowie acht Prozent der Ziegenmelker (gehört zur Familie der Nachtschwalben) in diese Gebiete.

Eine Provence-Grasmücke sitzt auf einem Strauch in einem Naturschutzgebiet Großbritanniens
Eine Provencegrasmücke in Großbritannien. Sie gehört zu den Singvögeln.

Bei den 256 anderen Tierarten zeigte sich eine ähnliche Tendenz. Auch hier siedelte sich der Großteil in den geschützten Flächen an, und auch hier gab es Unterschiede bei der Frequenz.

Plädoyer für Naturschutzgebiete

In den vergangenen Jahren waren Naturschutzgebiete in Zeiten des Klimawandels in Frage gestellt worden, schreiben die Wissenschaftler. Viele Arten würden wegen der sich ändernden Klimabedingungen wandern, die geschützten Gebiete seien aber statisch und könnten mit dieser Entwicklung nicht mithalten. Die aktuelle Studie betont nun die Wichtigkeit von Schutzgebieten, denn viele Tierarten würden sie beim Umzug in neue Regionen bevorzugen.

"Wenn wir diese Archen daher schützen und neue errichten können, wird es für mehr Arten möglich sein, den Klimawandel zu überleben", sagt Richard Bradbury von der "Royal Society for the Protection of Birds".

"Geschützte Gebiete sind ein Sprungbrett. Sie ermöglichen den Arten, weiterzubestehen, während sie nach Norden ziehen", so Studienleiter Chris Thomas. Welche Faktoren dafür ausschlaggebend seien, dass Tiere in Naturschutzgebiete ziehen würden, müsse aber noch genauer untersucht werden, betonen die Forscher.

David Donnerer, science.ORF.at

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Forum

 
  • Lol, welche Klimaerwärmung?

    geologic, vor 278 Tagen, 23 Stunden, 34 Minuten

    Die Met-Office prognostiziert Jahr für Jahr einen "barbecue summer" und kalr und verregnet ist er dann.
    Die Viecherl werden einfach deshalb in die Schutzgebiete ziehen, weil sie dort einen besseren Lebensraum haben.

  • Birdwatching,

    tüpfelsumpfhuhn, vor 279 Tagen, 1 Stunde, 43 Minuten

    britische Tradition. "Spinner"? Ich finde es sympathisch, und die Wissenschaft Ökologie profitiert.

    Ob Porzana porzana bei denen hier mit in der Studie ist? Um das herauszufinden müsste ich zahlen.
    Im Krimi las ich den Satz "Das Tüpfelsumpfhuhn wartet nicht". War fasziniert - und musste wissen, ob es einen Vogel dieses Namens gibt! Im englischen Original dürfte wohl wirklich "Spotted Crake" stehen.

    • scienceredaktion, vor 279 Tagen, 25 Minuten

      Wir fürchten porzana porzana ist nicht dabei gewesen. In der Studie heißt es "For the 256 species of invertebrates analyzed, we ... included aquatic bugs, butterflies, dragonflies and damselflies, grasshoppers and allies, ground beetles, longhorn beetles, soldier beetles and allies, and spiders. These eight taxonomic groups represent separate invertebrate recording schemes in Britain."

    • tüpfelsumpfhuhn, vor 278 Tagen, 20 Stunden, 44 Minuten

      thank you very much ;-)