
Welche Inhalte in Facebook gut ankommen
100 Unternehmens-Auftritte unter der Lupe
Das sind die Kernaussagen der Studie "Welche Inhalte auf Facebook funktionieren", die die Grazer Fachhochschule Joanneum in Zusammenarbeit mit der Wiener Social Media Agentur "vi knallgrau" durchgeführt und präsentiert hat.
Die Studie
"Welche Inhalte funktionieren in Facebook" kann nach einer Registrierung kostenlos heruntergeladen werden (Link).
Einfach, konkret und emotional, so sehe das ideale Facebook-Posting aus, erklärte Johannes Wigand von "vi knallgrau". Er hat zusammen mit Gudrun Reimerth vom Studiengang Journalismus und PR an der FH Joanneum 2.324 Postings von 100 deutschsprachigen Unternehmen in einem Zeitraum von vier Wochen, von Mitte April bis Mitte Mai 2012, untersucht. Unterstützt wurden sie dabei von zehn Studenten der FH Joanneum und sieben Experten.
Weniger ist mehr
Die Grundfragestellung war: "Welche Inhalte funktionieren überhaupt?" - welche Inhalte werden also "viral" und verbreiten sich. Das Ergebnis: Bilder, Foto-Galerien und Umfragen funktionieren prinzipiell gut, während lange Texte über drei Zeilen, Links zu anderen Seiten und Videos die "Viralität" senken.
Außerdem zeigt die Studie: Unternehmen, die maximal alle drei Tage Inhalte posten, erreichten im Untersuchungszeitraum die höchste Viralität - im Gegensatz zu Unternehmen, die jeden Tag mehrmals etwas posten. "Weniger ist eindeutig mehr, Nutzer wollen nicht mit Unternehmens-Botschaften überschüttet werden", erklärte Wigand gegenüber der APA.
Auch der Wochentag und die Tageszeit spiele eine Rolle: Am Sonntag werden Postings sehr gut aufgenommen, weil dann nur wenige Unternehmen Inhalte posten. Unter der Woche sei der Vormittag und die Zeit nach der Arbeit, also zwischen 19:00 und 20:00 Uhr, vorteilhaft. Generell gilt also: Nischen nutzen, in denen die Konkurrenz inaktiv ist.
Produktinformation ist unbeliebt
Was die Inhalte anlangt, komme Produktinformation tendenziell schlecht an, während Informationen über die Unternehmen selbst sehr gut funktionieren und User offenbar mehr an Unternehmen interessiert sind als oft vermutet.
"Die Ergebnisse haben teilweise sogar uns überrascht und so konnten wir daraus entsprechend viele Handlungsempfehlungen ableiten", meinte Dieter Rappold, Geschäftsführer von "vi knallgrau". Laut Wigand habe die Studie gezeigt, wie viel mehr es im Bereich Social Media noch genauer zu erforschen gebe. Weitere Kooperationen mit Hochschulen seien erstrebenswert.
science.ORF.at/APA


