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Eine Bonobo-Dame

Schimpansen und Bonobos sind nicht fair

Die nächsten Verwandten des Menschen haben keinen Sinn für Fairness. Wenn sich ein Affe in einem Experiment mehr als die Hälfte einer Portion Weintrauben sichert, ist das dem zweiten Affen offenbar egal - Hauptsache, er bekommt überhaupt etwas.

Verhaltensforschung 15.08.2012

Ultimatumspiel

Damit unterscheiden sich beide Arten deutlich vom Menschen, der sich jede Menge Gedanken um sein Verhalten gegenüber anderen macht. "Fairness ist ein wichtiger Bestandteil menschlicher Sozialität. Um herauszufinden, wie sich diese im Laufe der Evolution entwickelte, stellten wir Schimpansen und Bonobos vor eine neue Aufgabe, die auf dem klassischen Ultimatum-Spiel basiert", sagt Studienautor um Keith Jensen vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig und der Queen Mary Universität in London.

Die Studie

"Theft in an ultimatum game: Chimpanzees and bonobos are insensitive to unfairness" ist in der aktuellen Ausgabe der "Biology Letters" erschienen (Abstract, sobald online).

Bei diesem Spiel bekommt ein Spieler (in diesem Fall ein Affe) ein bestimmtes Gut, dass er mit einem zweiten Spieler teilen muss. Nimmt dieser an, darf der erste den Rest behalten. Lehnt der zweite Spieler ab, weil er das Angebot nicht fair findet, erhalten beide nichts.

Menschen versus Affen

An den Tests nahmen jeweils zwei Affen derselben Art teil. Dabei konnte ein Tier (der "Bestimmer") dafür sorgen, dass es von insgesamt zehn Weintrauben entweder acht oder fünf bekam. Der Rest fiel an das zweite Tier, das in die Entscheidung des ersten nicht eingreifen konnte. Unfair behandelte Menschen lehnen bei einem solchen Test meist ab - zu ungerecht erscheint dem machtlosen Mitspieler die Verteilung.

Nicht so bei den Affen, berichten die Forscher um Jensen. Wenn ein Tier die Möglichkeit hatte, mehr als die Hälfte zu nehmen, wurde diese durchweg genutzt. Dabei nahmen die Affen in Kauf, dass ihr Gegenüber deutlich weniger erhielt. Der zweite Affe akzeptierte dennoch alle Angebote des "Bestimmers". "Weder für Schimpansen noch für Bonobos schien es wichtig zu sein, ob Nahrung gestohlen wurde oder ob das jeweilige Ergebnis fair war - so lange sie überhaupt etwas erhielten", ergänzt Jensen.

Besitz unbekannt

Zur Erklärung schreiben die Wissenschaftler, dass die Tiere womöglich gar nicht das Gefühl haben, zu kurz zu kommen oder zu viel an sich zu nehmen, weil sie das Konzept des Besitztums nicht kennen. Der "betrogene" Affe nimmt daher klaglos alles an, was er bekommt. Beide Affenarten handelten als "rationale Maximierer".

Die große Mehrzahl der am höchsten entwickelten Primaten - also der Großteil der Menschen - handelt weitaus umsichtiger und überlegt, welche Ungerechtigkeiten er mit seinem Tun anrichtet. Jensen sagt: "Das Empfinden für Fairness ist also möglicherweise eine dem Menschen vorbehaltene Eigenschaft."

science.ORF.at/APA/dpa

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Forum

 
  • man glaubt es nicht - es kehrt ein wenig vernunft ein

    xx13, vor 307 Tagen, 16 Stunden, 25 Minuten

    aber es ist schon bezeichnend, dass eine trivialität "Schimpansen und Bonobos sind nicht fair" einen artikel wert ist.

    die definition von fairness (wikipedia): Fairness drückt eine (nicht gesetzlich geregelte) Vorstellung individueller Gerechtigkeit aus.

    somit ist fairness natürlich an so hohe geistige fähigkeiten (stichwort abstraktum gerechtigkeit) geknüpft, die nur der mensch erbringen kann (obwohl man affen schon seit gut einem jahrhundert dahingehend triezt - erfolglos).

    die richtige aussage wäre daher: affen zeigen kein fairnessanaloges verhalten.

    aber selbst schuld: die geister (falsch verwendeter konzepte, die NUR von und für menschen sinnvoll definiert sind) werde ich nun nicht mehr los. die verhaltensforschung hat nun auch seit gut einem jahrhundert diese NOTWENDIGEN grenzen nie berücksichtigt, und wundert sich jetzt, dass alle (besonders auch gerne die medien) diesen schwachsinn verzapfen...

    siehe auch weiter unten: tiere sind nicht schwul? na geh...