
30 Jahre Musik-CD
Damit wurde vor 30 Jahren eine Revolution eingeleitet, die Langspielplatten und Audiokassetten schon bald zu einem Nischendasein verdammen sollte. Bis heute wird der Musikmarkt von der handlichen CD mit der lupenreinen Digitalklang-Qualität beherrscht.
Kristallklare Qualität
Begonnen hatte die Geschichte bereits einige Jahre zuvor. Die beiden großen Elektronikkonzerne Philips und Sony arbeiteten seit den 1970er Jahren an neuen digitalen Speichermedien. Schon 1979 stellte Philips einen CD-Prototypen vor und tat sich bald darauf mit seinem Konkurrenten Sony zusammen, um gemeinsam einen globalen Standard für die vielversprechende neue Technik zu vereinbaren.
Nachdem sich die zwei Konzerne auf einheitliche Maße für die sogenannte Compact Disk (CD) und andere Details verständigt hatten, konnte die Einführung samt Entwicklung passender Abspielgeräte angegangen werden. 1981 präsentierte das niederländisch-japanische Konzernduo sein CD-System auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin und begann, die Werbetrommel zu rühren, wobei es prominente Unterstützer bekam. Der berühmte Dirigent Herbert von Karajan etwa lobte die bis dahin unerreichte Ton-Wiedergabequalität als "Meilenstein".
Ö1 Sendungshinweis:
Über das Jubiläum berichtet auch Wissen Aktuell am 17.8.2012 um 13:55.
Mit seinem Urteil stand er nicht allein da. Angesichts der Vorteile der CD sei die Technik begeistert aufgenommen worden, erinnert sich Roland Stehle, Sprecher der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (GFU), einem Zusammenschluss deutscher Hersteller, der die Markteinführung damals beruflich miterlebte. "Das lag vor allem an zwei Dingen: Zum einen an der absolut kristallklaren Qualität der Aufnahmen, es gab keine Störungen. Und zum anderen an dem im Vergleich etwa zu Kassetten stark verbesserten Handling."
Einfacher Zugriff
Hatten sich Besitzer von Audio-Kassetten und Platten noch mit Bandsalat und verstaubten Rillen herumschlagen müssen, gehörte dies in Zeiten der CD der Vergangenheit an. Ein weiterer Vorteil war der vereinfachte Zugriff auf die Musik: Mussten Kassetten noch mühsam vor- und zurückgespielt werden, konnten Hörer dank der Laserstrahl-Abtastung der CD nun ganz gezielt Stücke ansteuern.
Gleichwohl dauerte es eine Weile, bis der technische Quantensprung voll auf den Markt durchschlug. Die Massenfertigung der neuen Tonträger begann zwar am 17. August 1982 bei der deutschen Philips-Tochter Polygram, in den Verkauf aber kamen sie nach Angaben des Unternehmens erst im November in Japan. In Europa und den USA dauerte es etwas länger. Verbraucher mussten zunächst auch in einen CD-Spieler investieren. Ein solcher "futuristisch anmutender Apparat", wie ihn das Magazin "Spiegel" 1983 beschrieb, kostete damals die stolze Summe von 2000 Mark.
Absatz noch immer hoch
Ein weiteres Problem der Anfangszeit war, dass erst nach und nach überhaupt digital aufgenommene Musik-Alben erschienen, mit denen die Qualitätsvorteile der CD ausgespielt werden konnten. Bis Mitte der 1980er Jahre aber hatte sich neue Format etabliert, der Absatz explodierte. Allein in Deutschland erhöhte sich der CD-Verkauf nach den Statistiken der Tonträgerbranche von 6,6 Millionen im Jahr 1985 auf 152,8 Millionen 1993. Der Plattenverkauf brach im selben Zeitraum von 74 Millionen auf 1,6 Millionen ein.
In ähnlichen Dimensionen wie damals wie bewegen sich die CD-Verkaufszahlen auch heute noch. Denn trotz wachsender Konkurrenz durch digitale MP3-Player und Musikdownloads aus dem Internet ist die Silberscheibe noch immer die wichtigste Säule des Musikmarkts.
Sebastian Bronst, AFP


