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Rakaposhi im Norden Pakistans

Hochland von Tibet ist älter als gedacht

Die Erhebung des Hochlands von Tibet, der höchstgelegenen und größten Hochebene der Welt, begann viel früher als bisher angenommen. Laut einer aktuellen Studie entstanden erste Teile des Plateaus bereits vor 30 Millionen statt vor zehn bis 15 Millionen Jahren.

Geologie 17.08.2012

Eine Forschergruppe um den Geowissenschaftler Eric Kirby von der amerikanischen Penn State University hat Bergketten an der Ostseite des Hochlands untersucht. Dort haben sie Gesteinsproben aus der Yingxiu-Beichuan-Verwerfung entnommen.

Die Studie:

"Two-phase growth of high topography in eastern Tibet during the Cenozoic" von Eric Kirby et al. ist am 17.8. in "Nature Geoscience" erschienen.

Radioaktive Methoden

Die Geologen verwendeten radioaktive Datierungsmethoden (etwa die Verfallsrate von Uranium und Thorium zu Helium), um herauszufinden, wie alt die Steine sind und wann sie sich erhoben haben. Demnach haben sie sich bereits vor 30 bis 50 Millionen Jahren gebildet, zu einer Zeit, als die Region eigentlich intensiv erodierte.

Erosion:

Kommt vom lateinischen "erodere", was abnagen bedeutet. Erosion ist die natürliche Abtragung von Gesteinen an der Erdoberfläche. Dieser Prozess wird vorwiegend durch Wind, Wasser oder Gletscher verursacht.

Nach dieser Erosionsphase folgten zwei weitere - eine vor 30 bis 25 Millionen und eine andere vor 15 bis zehn Millionen Jahren, die noch heute andauert. Nach den Forschern konnte das Plateau der ersten Phase nur standhalten, weil die Berge gerade wuchsen. Die Yingxiu-Beichuan-Verwerfung trieb unter anderem ihr Wachstum voran.

"Viele Wissenschaftler glauben, dass die hohe Topographie in Osttibet während der letzten zehn bis 15 Millionen Jahren entstanden ist, als die tiefe Kruste unter der Hochebene an die Oberfläche gelangte, die Erdkruste verdickte und das Gebiet steigen ließ. Unsere Ergebnisse zeigen, dass dieser Prozess bereits vor 30 Millionen Jahren, oder sogar früher, stattgefunden hat", sagte Eric Kirby.

Kreuzung von Kontinentalplatten

Die Studie könnte Forschern helfen, die komplizierten Bewegungen unter dem tibetischen Plateau und den Himalaya-Bergen besser zu verstehen. Das Plateau, welches durchschnittlich 4900 Meter hoch ist, liegt an einem Kreuzungspunkt mehrerer Kontinentalplatten. Dort rammt die indische Kontinentalplatte die eurasische Platte und taucht unter ihr durch. Das erste Mal sind sie vor über 50 Millionen Jahren kollidiert.

David Donnerer, science.ORF.at

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