Standort: science.ORF.at / Meldung: "Magersucht: Blick auf Fremde nicht verzerrt "

Magersüchtige kauert am Boden

Magersucht: Blick auf Fremde nicht verzerrt

Magersüchtige leiden unter einer eklatanten Fehlwahrnehmung ihres eigenen Körpers. Die Figuren anderer Menschen nehmen sie hingegen realistisch wahr, wie Forscher von der Universitätsklinik im französischen Lille herausgefunden haben.

Medizin 23.08.2012

Die Fehleinschätzung könnte nach Angaben der Forscher unter anderem im zentralen Nervensystem der Magersüchtigen liegen. Ihrer Annahme zufolge speichert dies die neue ausgemergelte Figur dieser Menschen nicht sofort ab. Daher seien die Patienten der Meinung, immer noch so viel zu wiegen wie vor ihrer Erkrankung.

Im Rahmen ihrer Studie zeigten die Wissenschaftler 25 essgestörten und 25 gesunden Menschen eine türähnliche Öffnung. Die magersüchtigen Patienten sollten einschätzen, ob sie selbst oder einer der gesunden Menschen durch die Öffnung hindurchpassen.

Dabei zeigte sich, dass Magersucht-Patienten ihren eigenen Körper völlig falsch einschätzen, bei den gesunden Menschen aber meist richtig liegen. Bereits frühere Studien zeigten, dass Magersüchtige ihren Körper zu dick fanden, um durch die Öffnung zu gehen - obwohl sie mehr als groß genug für sie gewesen wäre.

science.ORF.at/dpa

Mehr zu diesem Thema:

Die ORF.at-Foren sind allgemein zugängliche, offene und demokratische Diskursplattformen. Die Redaktion übernimmt keinerlei Verantwortung für den Inhalt der Beiträge. Wir behalten uns aber vor, Werbung, krass unsachliche, rechtswidrige oder beleidigende Beiträge zu löschen und nötigenfalls User aus der Debatte auszuschließen. Es gelten die Registrierungsbedingungen.

Forum

 
  •