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Burger mit Stoffserviette und Bierglas

Forscher testen Schlankmacher-Ambiente

Die Einrichtung vieler Fast Food-Lokale bringt Gäste dazu, oftmals zu schnell und zu viel essen. Sanfte Beleuchtung und Musik würden das einer Studie zufolge ändern: Bei beruhigtem Ambiente essen Gäste weniger - und sind zufriedener.

Fast Food 31.08.2012

Fast Food-Lokal in feines Restaurant umgewandelt

Die amerikanischen Marketing-Forscher Brian Wansink von der Cornell University und Koert Van Ittersum vom Georgia Institute of Technology wandelten für ihre Untersuchung Teile eines Fast-Food-Lokales in den USA in ein feines Restaurant um - mit weißen Tischtüchern, Kerzen und Pflanzen. Sanfte Lichter und Jazz-Balladen rundeten das entspannende Ambiente ab.

Der restliche Teil des Restaurants blieb unverändert. Kunden wurden durch Zufallsprinzip ausgewählt, in einem der beiden Räume zu essen. Die Wissenschaftler analysierten nicht nur, wie lange und wie viel die Probanden gegessen hatten, sondern befragten sie auch zur Qualität ihres Essens.

Die Studie:

"Fast Food Restaurant Lighting and Music can reduce Calorie Intake and increase Satisfaction" von Brian Wansink und Koert Van Ittersum ist am 29.8 in "Psychological Reports" erschienen.

18 Prozent weniger Kalorien

"Unsere Ergebnisse zeigten, dass die Besucher im feinen Restaurantteil um 18 Prozent weniger aßen. Der Grund dafür waren die sanfte Beleuchtung und Musik", sagte Wansink in einer Aussendung.

Während im Fast-Food-Raum die Probanden 949 Kalorien zu sich nahmen, waren es im anderen Bereich nur 775 Kalorien. Die Besucher des feinen Restaurantteils blieben auch länger, bestellten dabei aber nicht mehr Essen als jene im Fast-Food-Bereich. Zudem bewerteten sie die Qualität ihres Essens höher, schreiben die Forscher in ihrer Studie.

Besucher aßen langsamer

Demnach aßen die Testpersonen im feinen Lokalteil langsamer und ließen mehr Essen auf ihren Teller übrig. Das ist darauf zurückführen, dass sie mit der Zeit ihren Appetit verloren und daher zu essen aufhörten - auch weil ihre Speisen schon kalt waren. Den Forschern zufolge schmeckten diesen Probanden zudem die Speisen besser, weil sie aufgrund der kaum ablenkenden Umgebung sich ganz ihrem Essen widmen konnten und es nicht gedankenlos in sich hineinstopften.

"Für Fast Food-Betreiber bedeutet das, dass sie mit kleinen Änderungen bei der Beleuchtung und der Lärmkulisse nicht nur die Zufriedenheit ihrer Kunden erhöhen können, sondern auch dazu beitragen, dass die Leute nicht zu viel essen", sagte Marketing-Forscher Wansink. Ob sein Appell mit den ökonomischen Interessen von Fast-Food-Ketten vereinbar sein wird, ist aber fraglich.

David Donnerer, science.ORF.at

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