
Touristen nicht Schuld am Pinguin-Schwund
Im Vergleich mit dem Winter 2002/2003 ging der Pinguin-Bestand auf der Vulkaninsel bis zum Winter 2011 um fast 40 Prozent zurück.
"Die Ergebnisse unserer Zählungen zeigen, dass der Tourismus wohl nicht der Grund für den starken Rückgang der Zügelpinguine ist. Die Pinguine werden auch dort weniger, wo überhaupt keine Touristen hinkommen", sagte der an der Studie beteiligte Wissenschaftler des Biodiversität und Klima Forschungszentrums (BiK-F) in Frankfurt, Thomas Müller. Die Studie erschien vor kurzem im Fachjournal "Polar Biology".
Klimawandel Ursache?
Möglicherweise mache der Klimawandel den Pinguinen das Leben schwer. "Die Antarktische Halbinsel erwärmt sich schneller als jeder andere Ort auf der Südhalbkugel; die Durchschnittstemperaturen sind in den letzten 50 Jahren um 2,8 Grad Celsius gestiegen. Es wäre erstaunlich, wenn dies die Pinguine "kalt" ließe, so Müller.
Auch die Bestände des ebenfalls auf der Antarktischen Halbinsel lebenden, nahe verwandten Adelie-Pinguins nehmen den Angaben zufolge rapide ab. Viele Wissenschaftler vermuteten, dass der Klimawandel und die damit verbundenen Veränderungen der Meereisausdehnung und der biologischen Produktivität des Meeres dafür mitverantwortlich seien.
"Falls der Tourismus ebenfalls einen Einfluss hat, so wird dieser durch die Erwärmung der Antarktis wahrscheinlich überdeckt; als Hauptursache ist er nach den Ergebnissen der Studie auszuschließen", heißt es in der Mitteilung des Forschungszentrums.
science.ORF.at/dpa
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