
Reallöhne sinken in der EU - nicht in Österreich
Das geht aus dem am Donnerstag in Düsseldorf vorgelegten europäischen Tarifbericht der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung hervor.
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Für seine Berechnungen legte Thorsten Schulten, der Tarifexperte des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts, die Bruttolöhne nach Abzug der Preissteigerung zugrunde.
Griechenland: Minus 20 Prozent seit 2010

Prognose der Hans-Böckler-Stiftung, Quelle: Europäische Kommission 2012
Ö1 Sendungshinweis:
Über die Finanzkrise berichten die Ö1 Journale.
Auf ein deutliches Minus von 7,5 Prozent müssten sich Beschäftigte in Griechenland einstellen, hieß es. In Portugal werde preisbereinigt mit einem Absinken um 6,1 Prozent gerechnet. Zum zweiten Mal in Folge drohten auch Einbußen für Beschäftigte in den Niederlanden, Großbritannien und Dänemark.
In Griechenland hätten Beschäftigte seit 2010 einen Rückgang der Reallöhne von rund 20 Prozent verkraften müssen. In Portugal liege das Minus bei gut zehn, in Spanien bei knapp sechs Prozent. Arbeitnehmer in Deutschland hätten in diesem Zeitraum ein Plus von knapp zwei Prozent verbuchen können. Allerdings: "Deutschland ist der einzige Staat in Europa, dessen Reallohnniveau zwischen 2001 und 2009 gesunken ist", heißt es in der Studie.
Eine aussichtslose Strategie gegen die Krise
Viele Krisenländer versuchen, mit stagnierenden Löhnen oder sogar Kürzungen ihre Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen. Nach Ansicht des WSI hat das keine Aussicht auf Erfolg.
"Mit der Unterordnung der Lohnpolitik unter die Wettbewerbspolitik droht eine allgemeine Absenkungsspirale, die die ökonomische Krise und Stagnation in Europa weiter verschärft", schrieben die Wissenschaftler. Besser wäre es, wenn wirtschaftlich robuste Staaten wie Deutschland "auch mit Hilfe einer expansiveren Lohnentwicklung die wirtschaftliche Dynamik in Europa" förderten.
science.ORF.at/dpa/Reuters
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