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Eine schlanke und eine übergewichtige Frau

Fettsucht: Ein Immunproblem?

Übergewicht könnte mit dem Verlust bestimmter Immunzellen zusammenhängen, schreiben Forscher in einer aktuellen Studie. Tierversuche zeigen: Die Zellen machen fette Mäuse schlanker.

Medizin 14.09.2012

Falsche Ernährung und mangelnde Bewegung, das haben Forscher bis dato als die zwei Hauptursachen der um sich greifenden "Fettsucht-Epidemie" (Zitat WHO) angesehen. Womöglich hat man einen gewichtigen Spieler übersehen. Wie Lydia Lynch im Fachblatt "Immunity" schreibt, wird man Fettsucht künftig stärker als Problem des Immunsystems betrachten müssen.

Die Studie:

"Adipose Tissue Invariant NKT Cells Protect against Diet-Induced Obesity and Metabolic Disorder through Regulatory Cytokine Production" von Lydia Lynch und Kollegen ist am 13.9. in der Fachzeitschrift "Immunity" erschienen.

Ö1-Sendungshinweis:

Dem Thema widmet sich auch ein Beitrag in Wissen aktuell: 14.9., 13:55 Uhr.

Begonnen hat alles im Jahr 2007, als Lynch am St. Vincent's University Hospital in Dublin stark übergewichtige Patienten untersuchte. "Wir wussten, dass fettleibige Menschen nicht nur öfter Herzinfarkte erleiden und Diabetes 2 entwickeln. Wir wussten auch, dass sie häufiger Entzündungen haben als schlanke Menschen."

Zu wenige Killerzellen

Blutproben führten Lynch auf die richtige Spur. Die Patienten produzierten offenbar weniger Killerzellen namens iNKT. Das sind Immunzellen, die normalerweise gegen Virus-befallene Zellen aktiv werden, aber auch Tumoren vernichten, sobald sie auf der Bildfläche erscheinen. Dass die körpereigenen Defensivkräfte eine wichtige Rolle spielen könnten, zeigte noch ein zweiter Befund: Bei Patienten, die durch eine Magenverkleinerung abgenommen hatten, flottierten plötzlich wieder mehr von den iNKT-Zellen im Blut.

Um den Verdacht zu erhärten, führte Lynch mit ihren Kollegen Tierversuche durch. Sie entfernte Mäusen die entsprechenden NKT-Gene aus dem Erbgut und setzte sie auf eine fettreiche Diät. "Die Diät führte bei allen Mäusen zu Übergewicht", erzählt Lynch. "Aber bei den Knock-out-Mäusen war der Effekt bedeutend stärker: Sie waren um 30 Prozent fetter als Tiere aus der Kontrollgruppe und entwickelten auch sehr schnell Diabetes, nämlich innerhalb von nur sechs Wochen."

Ähnliches galt für andere Begleiterscheinungen der rapiden Gewichtszunahme: Die genetisch veränderten Versuchstiere entwickelten eine Fettleber, hatten mehr Triglyceride im Blut und nicht zuletzt auch größere Fettzellen als ihre Artgenossen. Gleichwohl ließ sich dieser Effekt umkehren. Nachdem Lynch den Tieren iNKT-Zellen injiziert hatte, nahmen sie trotz der Fettdiät wieder ab. Das Diabetes-Problem verschwand, Entzündungsherde bildeten sich zurück, Fettzellen schrumpften und die Blutwerte normalisierten sich wieder.

Therapie wirkt bei Mäusen

Warum es einen Konnex zwischen Fettgewebe und Entzündungen gibt, erklärt Lynch so: "Ein Überangebot an Lipiden erzeugt größere und gestresste Fettzellen, die im Gegenzug entzündungsfördernde Stoffe wie Adipokine und Cytokine erzeugen. Diese Proteine erzeugen eine Immunantwort, die wiederum zur Insulinresistenz führt."

iNKT-Zellen unterbinden diese Kausalkette offenbar - ein möglicher Ansatz für neue Therapien? Lynch zufolge ist das nicht unrealistisch. Sie glaubt, dass Therapien am ehesten indirekt Erfolg haben könnten. Die Substanz aGC ("Alpha-Galaktosylceramid") wäre ein Kandidat. Sie aktiviert iNKT-Zellen und macht fette Mäuse, wie Versuche zeigen, wieder schlank.

"aGC wurde bereits in klinischen Studien zur Behandlung von diversen Krebsarten getestet", sagt Lynch. "Die Substanz war sicher und erzeugte wenige Nebeneffekte."

Robert Czepel, science.ORF.at

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Forum

 
  • diese studie ist bestimmt von der fast food industrie gesponsert

    aber, vor 278 Tagen, 7 Stunden, 54 Minuten

    und auch die soft-drink hersteller werden dazu beigetragen haben. endlich ein schuldiger für die fetten menschen. und die können weiterhin ihre XXL portionen in sich hineinschaufeln und den würfelzucker-sirup schlürfen - weil sie sind ja nicht schuld wenn sie so blad werden. sondern ein gen.

    • lutzvonlutzervomlutzerer, vor 278 Tagen, 7 Stunden, 36 Minuten

      spielverderber oder essenverderber
      das leben könnte doch so schön sein !!!!!
      aber nein man muß sich ja ständig selbst quälen und im notfall andere erschießen
      es lebe die dekadenz

    • Individualität ist entscheidend

      tüpfelsumpfhuhn, vor 278 Tagen, 5 Stunden, 6 Minuten

      Trivial, längst bekannt aber trotzdem wahr, ich kenne Schlanke mit stumpfem Charakter, die von Industriefutter leben, und sympathische Dickerle, die soziale Kompetenz beweisen, und gutes Essen bevorzugen.
      Fresssäcke mag ich freilich auch nicht, die sind halt tragische Fälle.
      Der Zusammenhang von Stoffwechselproblemen und Immunproblemen ist interessant und gehört weiter erforscht.
      Solche, die sich aus ideologischen Gründen, zwecks höherer Werte, selbst quälen, sind sozial gefährlich.

    • Ich war des öfteren in Südchina ...

      unmutsverschuldung, vor 276 Tagen, 4 Stunden, 7 Minuten

      ... da gibt es Wabbelfettringe fast nur bei Menschen, die einen westlichen Lebensstil pflegen.
      Dass Zucker die Immunzellen(tätigkei) verringert ist auch nicht neu.

    • Absolut

      funkelfels, vor 276 Tagen, 18 Minuten

      Zuerst werden wir mit solchen Schwachsinn gefügig gemacht (bzw. die Kinder)

      http://www.youtube.com/watch?v=10UtopzqA50

      Und dann sind es die Immunzellen.

      Wir leben in einer kranken Zuckerwelt und die Lebensmittel- und FastFood-Konzerne sind schwerer Verbrecher als die Ölindustrie oder Politik.