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 Algen vor einem Bioreaktor

WC-Cocktail für die Energie von Hochhäusern

Die Bürotürme im Pariser Geschäftsviertel La Défense könnten bald nicht mehr grau, sondern grün in die Höhe ragen. Algen sollen zur Energiegewinnung genutzt werden und in durchsichtigen Fassadenelementen aus Kunststoff weithin sichtbar sein. Das Ausgangsmaterial dafür stammt aus den Toiletten.

Energie 14.09.2012

"Wir wollen Strom erzeugen, indem wir Klärwasser reinigen. Und dabei keine Fläche am Boden nutzen", erläutert Pierre Tauzinat das Konzept, Chef des vor zwei Jahren gegründeten französischen Unternehmens Ennesys. Dazu soll eine Art Plastikaquarium an der Fassade angebracht werden, in dem ein wenig appetitlicher Cocktail aus Abwasser von Toiletten und Müllhalden zirkuliert.

In dieser Mischung vermehren sich die Algen durch die Einwirkung des Sonnenlichts. 10.000 Quadratmeter der Fassadenelemente, die Ennesys einsetzen will, sollen 150 Tonnen Algen im Jahr produzieren. Die wiederum können 70 Tonnen Rohöl schaffen, das direkt zur Energiegewinnung eingesetzt werden kann.

Gleichzeitig wird Wasser gesäubert

Dass die Kleinstlebewesen eine neue Energiequelle sind, wissen Forscher schon länger. "Die Algen haben fast denselben Wert bei der Energiegewinnung wie Kohle", sagt der wissenschaftliche Leiter des Ennesys-Projekts, Jean-Louis Kindler. Schließlich sei Erdöl auch vor Urzeiten aus Algen entstanden.

Daneben können die grünen Kleinstlebewesen zur Reinigung des Abwassers eingesetzt werden. Das saubere Wasser, das durch den Klärprozess der Algen entsteht, kann wiederum in den Bürogebäuden aus den Wasserhähnen fließen. 80 Prozent weniger Frischwasser könne so verbraucht werden, rechnet Ennesys vor.

Um Werbung für das Projekt zu machen, will das französische Unternehmen im September an seinen eigenen Büros die ersten Fassadenelemente anbringen. Als potenzielle Kunden hat Ennesys alle neuen Gebäude im Blick. Ab 2020 müssen Neubauten in Frankreich mehr Primärenergie produzieren, als sie selbst verbrauchen. "Das bereitet den Bauträgern Kopfzerbrechen", sagt Entwicklungsleiterin Christine Grimault. Da der Bau eines Hochhauses mehrere Jahre dauern könne, müssten sich die Verantwortlichen bereits jetzt Gedanken machen, wie sie die Normen erfüllen.

Auch eine Isolierung

Die Fassadenelemente aus Kunststoff sind doppelt gut für die Energie: Die darin gebunkerten Algen wirken als Stromlieferanten und die Elemente sind wärmeausgleichend. Im Winter verhindern sie, dass die Gebäude auskühlen, und im Sommer, dass sich die Wände zu sehr aufheizen. Eine teure Isolierung bleibe den potenziellen Kunden damit erspart, wirbt Ennesys.

Vier Verträge hat das Unternehmen bereits im Visier, darunter einen im Umfang von rund drei Millionen Euro für ein Hochhaus im Pariser Westen. Auch Müllhalden könnten neue Kunden werden mit ihrer stinkenden Brühe, die die Abfälle absondern.

Genau diese Mischung lieben die Algen, um sich zu vermehren. Angst davor, dass Vandalen die Fassadenelemente beschädigen könnten, hat Ennesys nicht. Ein Problem ist allerdings doch aufgetreten: Die Krähen hacken auf die Kunststoffteile ein.

Marc Preel, AFP

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  • die Frage die sich mir stellt:

    fuchsrob, vor 251 Tagen, 8 Stunden, 39 Minuten

    Werden sich die Bakterien im Abwasser nicht vermehren??