Standort: science.ORF.at / Meldung: "Gebärmutter-Transplantation in der Familie"

Zwei Chirurgen während einer Operation

Gebärmutter-Transplantation in der Familie

Ein Team schwedischer Wissenschaftler hat zwei Patientinnen erstmals die Gebärmutter ihrer jeweiligen Mütter eingepflanzt. Die Operationen am vergangenen Wochenende seien bei allen Beteiligten erfolgreich verlaufen, teilte die Universität Göteborg mit.

Medizin 19.09.2012

Eine der Patientinnen wurde demnach ohne Gebärmutter geboren. Bei der zweiten Frau habe der Uterus wegen Gebärmutterhalskrebs entfernt werden müssen. Die Mütter, die die Organe gespendet hatten, seien bereits wieder auf den Beinen.

Vorteile der Verwandtschaft

Das Risiko, dass die Körper der beiden über 30 Jahre alten Frauen die neue Gebärmutter abstoßen, liegt nach Einschätzung der Ärzte bei den bei Transplantationen üblichen 20 Prozent. Um das Risiko zu minimieren, seien die Uteri der jeweiligen Mütter verwendet worden. Die nahe Verwandtschaft bringe einen "theoretischen Vorteil" und außerdem sei die Funktionstüchtigkeit dieser Gebärmütter schon bewiesen worden.

In einem Jahr sollen die Frauen durch eine sogenannte In-vitro-Fertilisaton (IVF) künstlich befruchtet werden. Dabei sollen Eizellen der jungen Frauen, die vor der Transplantation entnommen wurden, mit dem Sperma ihrer jeweiligen Partner befruchtet und schließlich in der neuen Gebärmutter platziert werden. Erst im Jahr 2014, wenn die Kinder geboren werden sollten, wird sich demnach der wirkliche Erfolg der Operationen zeigen.

Maximal zwei Kinder

Nach maximal zwei Kindern soll den beiden Frauen der Uterus wieder entfernt werden, damit sie nicht länger die Medikamente nehmen müssen, die ein Abstoßen der neuen Organe verhindern sollen.

Die Leiter des seit 1999 laufenden Projekts betonten, dass es nicht darum gehe, älteren Frauen zu Kindern zu verhelfen. Weltweit wurden erst zwei Gebärmutter-Transplantationen vorgenommen, eine Saudi-Arabien und eine in der Türkei, berichtet der Schwedische Rundfunk. In keinem Fall habe es sich aber um eine Transplantation von Mutter zu Tochter gehandelt.

science.ORF.at/AFP/APA

Mehr zu dem Thema:

Die ORF.at-Foren sind allgemein zugängliche, offene und demokratische Diskursplattformen. Die Redaktion übernimmt keinerlei Verantwortung für den Inhalt der Beiträge. Wir behalten uns aber vor, Werbung, krass unsachliche, rechtswidrige oder beleidigende Beiträge zu löschen und nötigenfalls User aus der Debatte auszuschließen. Es gelten die Registrierungsbedingungen.

Forum

 
  •