Standort: science.ORF.at / Meldung: "Stressvorbeugung im Erbgut"

Jemand hält eine frische Auster in der Hand.

Stressvorbeugung im Erbgut

Die Pazifische Auster ist eines der ersten Weichtiere, dessen Erbgut entziffert wurde: Die Genanalyse offenbare eine ausgeprägte Fähigkeit zur Anpassung an wechselnde Umweltbedingungen, berichten chinesische Forscher.

Austern 20.09.2012

Gen-Spuren der sessilen Lebensweise

Die Genkarte der bei Gourmets beliebten Tierart ("Crassostrea gigas") zeige auffällige Eigenheiten, schreibt das Team um Guofan Zhang von der chinesischen Akademie der Wissenschaften in Quingdao. Sie habe beispielsweise über 8.600 zuvor unbekannte spezifische Gene, von denen wahrscheinlich viele typisch für Weichtiere seien, also für Muscheln, Schnecken und Tintenfische.

Die Studie:

"The oyster genome reveals stress adapta- tion and complexity of shell formation" vom 20.9. in Nature (doi: 10.1038/nature11413).

Aber auch bereits bekannte Gengruppen zeigten eine besondere Ausprägung: So besitze die Auster 88 Gene für Hitzeschutzproteine, im Vergleich zu den 17 des Menschen und 39 des Seeigels.

Untersuchungen mit Austern, die durch höhere Temperaturen oder Salzgehalt unter Stress gesetzt wurden, zeigten starke Aktivitäten bei 5.844 Genen. Das beweise, dass Mechanismen zur Bewältigung von Stress durch wechselnde Umweltfaktoren im Genom der Auster einen großen Raum einnehmen - eine sinnvolle Anpassung für ein festsitzendes Tier im Gezeitenbereich.

science.ORF.at/dpa

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