Standort: science.ORF.at / Meldung: "Mit Gentech-Mais gefütterte Ratten sterben früher"

Zwei Handvoll Mais

Mit Gentech-Mais gefütterte Ratten sterben früher

Mit gentechnisch verändertem Mais gefütterte Ratten sterben jünger und erkranken deutlich häufiger an Krebs als Tiere, die herkömmliche Nahrung erhalten. Zu diesem Schluss kommen französische Forscher in einer am Mittwoch veröffentlichten Studie.

Landwirtschaft 19.09.2012

Die Ergebnisse seien "alarmierend", sagte Gilles-Eric Seralini von der Universität Caen der Nachrichtenagentur AFP. Seralini ist Experte für gentechnisch veränderte Organismen (GVO) in Nahrungsmitteln und gehört zu CRIIGEN (Comité de Recherche et d'Information Indépendantes sur le Génie Genétique), einer bekannt gentechnik-kritischen französischen NGO.

Die Studie:

"Long term toxicity of a Roundup herbicide and a Roundup-tolerant genetically modified maize" von Gilles-Eric Seralini und Kollegen ist in der Fachzeitschrift "Food and Chemical Toxicology" erschienen.

Links:

Für die Untersuchung wurden 200 Ratten zwei Jahre lang beobachtet. Eine Gruppe wurde mit unbehandeltem Gentech-Mais der Sorte NK603 gefüttert, eine zweite mit diesem Gentech-Mais, der zuvor mit dem Pestizid Roundup behandelt wurde. Beide Sorten gehören dem US-Agrar-Riesen Monsanto. Eine dritte Gruppe erhielt herkömmlichen Mais, der ebenfalls mit Roundup besprüht wurde. Der Mais stellte etwa elf Prozent des gesamten Futters dar - was in etwa den Ernährungsgewohnheiten in den USA entspricht.

Brust-, Haut- und Nierenkrebs

Die mit Gentech-Mais ernährten Ratten seien deutlich früher gestorben als die anderen, erläuterte Seralini. 17 Monate nach Beginn der Untersuchung seien von den mit Gentech-Mais gefütterten Ratten fünf Mal mehr Tiere tot gewesen als in der Vergleichsgruppe. Die meisten Weibchen erkrankten der Studie zufolge an Brustkrebs, die Männchen häufig an Haut- oder Nierentumoren.

Mit der gentechnischen Manipulation würden Maissorten hergestellt, die Pestizide tolerieren oder sogar eigene Pestizide herstellen, sagte Seralini, der in rund 30 Ländern in Fachausschüssen über gentechnisch veränderte Lebensmittel als Berater tätig war. Nach seinen Angaben untersuchte sein Team erstmals gleichzeitig die langfristige Auswirkung von Gentech-Mais und Pestiziden auf die Gesundheit. Dies sei eine "Weltpremiere".

Finanziert wurde die Studie nach Angaben der AFP von der Stiftung Ceres. Sie wird von rund 50 Unternehmen getragen - darunter Firmen aus der Lebensmittelbranche, die keine GVO verwenden. Die Gelder der Stiftung werden von einer Gruppe von Forschern verwaltet, deren Vorsitzender Seralini ist.

science.ORF.at/AFP/APA

Mehr zu dem Thema:

Die ORF.at-Foren sind allgemein zugängliche, offene und demokratische Diskursplattformen. Die Redaktion übernimmt keinerlei Verantwortung für den Inhalt der Beiträge. Wir behalten uns aber vor, Werbung, krass unsachliche, rechtswidrige oder beleidigende Beiträge zu löschen und nötigenfalls User aus der Debatte auszuschließen. Es gelten die Registrierungsbedingungen.

Forum

 
  • ungewöhnilche Statistik, keine Angaben zu Füttermenge,…

    fatmike182, vor 246 Tagen, 15 Stunden, 1 Minute

    ohne die Ergebnisse zu schmälern, außer einer NGO dürfte sich sonst kaum jemand diese Art von Publikation erlauben:
    http://www.chicagotribune.com/health/sns-rt-us-gmcrops-safetybre88i0l0-20120919,0,6609944.story

  • Nahrung und Ernährung

    geradewohl, vor 246 Tagen, 17 Stunden, 5 Minuten

    Eine kennzeichnung von Lebensmittel-/Waren mit oder ohne Genetischer veränderung; von und mit einer unabhängigen neutraler Bewertungscala welcher Art von genetischer Veränderung es sich hierbei handelt wäre nicht nur transparent sondern auch hilfreich und als minimumanforderung an unsere Gesetzgebung eine Anforderung und absolutes muß .

  • naja,

    xx13, vor 246 Tagen, 18 Stunden, 16 Minuten

    ich bin gegen gentech in der landwirtschaft, aus vielen gründen (am wenigsten aus gesundheitlichen), aber:

    ... all treated groups died 2–3 times more than controls, and more rapidly. ...

    sie starben 2-3 fach mehr und auch noch schneller??? d.h. sie fielen schneller um und waren dann 2-3 fach toter???

  • fenris79, vor 246 Tagen, 19 Stunden, 33 Minuten

    wie viele sind den wirklich gestorben?

  • soulsource, vor 246 Tagen, 19 Stunden, 46 Minuten

    Fünf mal mehr heißt, dass in einer Gruppe eine Ratte verendete, während in der anderen fünf Ratten gestorben sind.

    https://xkcd.com/1102/