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Nobelpreis-Medaille

Kein Österreicher unter den Favoriten

Kein Österreicher findet sich heuer unter den vom Nachrichten- und Finanzdatenanbieter Thomson Reuters ermittelten Nobelpreis-Favoriten. Insgesamt werden 21 Forscher für die Auszeichnungen in den Bereichen Chemie, Physik, Medizin und Wirtschaft als heiße Anwärter gehandelt.

Nobelpreise 2012 25.09.2012

Basis für die Vorhersagen ist die Häufigkeit der Zitierungen von Publikationen - dementsprechend werden die Favoriten auch "Citation Laureates" genannt.

Zeilinger, Zoller und Fehr

Die Preise:

Die Nobelpreise sind heuer mit acht Millionen schwedischen Kronen (941.974 Euro) dotiert, um zwei Mio. Kronen weniger als im vergangenen Jahr. Als erste Auszeichnung wird am 8. Oktober der Nobelpreis für Medizin verkündet, ein Tag später folgt der Nobelpreis für Physik, am 10. der für Chemie und am 15. der für Wirtschaftswissenschaften.

In den vergangenen Jahren kamen immer wieder Österreicher in die engere Auswahl von Thomson Reuters. So zählten etwa die Quantenphysiker Anton Zeilinger und Peter Zoller sowie der Wirtschaftswissenschaftler Ernst Fehr bereits zu den "Citation Laureates" - freilich ohne den Nobelpreis später zu erhalten.

Allerdings schränkt auch Thomson Reuters seine Prognose etwas ein: Den Genannten wird zwar der Nobelpreis vorausgesagt - allerdings "entweder in diesem Jahr oder in der Zukunft". Insgesamt hat Thomson Reuters mit seinen seit 2002 veröffentlichten Prognosen nach eigenen Angaben 26 (von 40) Nobelpreisträgern zuvor als "Citation Laureates" gehandelt.

Die heurigen Nobelpreisfavoriten kommen vor allem aus dem angloamerikanischen Raum: 13 der 21 "heißen" Kandidaten arbeiten an US-Forschungsstätten, zwei in Kanada und jeweils drei in Japan und Großbritannien.

Fundament für Teleportation

Ganz ohne Österreich-Bezug geht es aber auch heuer nicht: Als Favoriten für den Physik-Nobelpreis schätzt Thomson Reuters unter anderem Charles H. Bennett, Gilles Brassard und William K. Wootters ein, und zwar "für ihre bahnbrechende Beschreibung eines Protokolls für Quantenteleportation, das inzwischen experimentell bestätigt wurde". Sie legten 1993 damit das theoretische Fundament für die Quantenteleportation, mit deren erstmaliger experimenteller Realisierung Zeilinger 1997 weltweit bekannt wurde.

Die drei konkurrieren unter anderem mit Stephen E. Harris und Lene V. Hau, die für die experimentelle Demonstration elektromagnetisch induzierter Transparenz bzw. von "langsamem Licht" geehrt werden könnten.

Keine Chance für Higgs-Boson

Erneut hoch gehandelt für den Wirtschafts-Nobelpreis wird US-Forscher Robert Shiller für seine Beiträge über die Volatilität der Finanzmärkte. Im Bereich Medizin könnten laut Thomson Reuters grundlegende Entdeckungen im Bereich genetischer Regulation (C. David Allis der Rockefeller University und Michael Grunstein der University of California, Los Angeles) zu Nobelpreis-Ehren kommen, in der Chemie wegweisende Entdeckungen im Bereich Goldkatalyse (Masatake Haruta von der Metropolitan University Tokio und Graham J. Hutchings von der Cardiff University).

Kaum Chancen auf einen Nobelpreis hat nach Einschätzung von Thomson Reuters übrigens der wissenschaftliche Durchbruch des heurigen Jahres - die vermutliche Entdeckung des Higgs-Bosons am europäischen Kernforschungszentrum CERN im Juli.

Einerseits müssen die Nominierungen für den Nobelpreis spätestens im Februar erfolgen, andererseits vergehen zwischen wissenschaftlicher Entdeckung und Nobelpreis-Vergabe mittlerweile im Schnitt rund 25 Jahre.

science.ORF.at/APA

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