
NHM: Neustart für Anthropologie
Insgesamt etwa 60.000 Objekte umfasst die anthropologische Sammlung des NHM, in den vergangenen Jahren war allerdings kaum etwas davon zu sehen. 1997 wurden die beiden Schausäle der Anthropologie nach Kritik vor allem an der Präsentation im ehemaligen sogenannten "Rassensaal" geschlossen. Seit mehreren Jahren wurde am Neustart gearbeitet, nun sei man im Finish, sagt die Direktorin der Anthropologischen Abteilung im NHM, Maria Teschler-Nicola.
In zwei Sälen soll ab Anfang kommenden Jahres auf 580 Quadratmetern die Entwicklung des modernen Menschen dargestellt werden - von fossilen Primaten bis zum Beginn der Jungsteinzeit vor mehr als 10.000 Jahren. Teschler-Nicola will dabei den Spagat "vom Kind bis zum Fachmann" schaffen, u.a. mit Vertiefungsmöglichkeiten bei jeder Station.
Für die Ausstellung habe man eigens neue Medien entwickelt, so Teschler-Nicola: Etwa einen "CSI-Tisch", an dem Besucher in die Rolle eines Anthropologen schlüpfen und ein virtuelles Skelett untersuchen können.
Eine Auswahl der voraussichtlich ausgestellten Exponate: Kopien von Fundstücken der kleinwüchsigen Menschenart "Homo floresiensis" und des ebenfalls erst kürzlich entdeckten "Denisova-Menschen"; 16 Mio. Jahre alte in Österreich gefundenen Affen-Fossilien; die Nachbildung eines 28.000 Jahre altes Grabe, das am Wachtberg bei Krems entdeckt wurde: Darin befinden sich zwei nebeneinander begrabene Neugeborene sowie der Schulterblattknochen eines Mammuts. Letzterer wurde offenbar als knöcherne Bedeckung für die toten Kinder in das Grab gelegt.
science.ORF.at/APA
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