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Blick in das große Theater von Ephesos

Ephesos: Großes Theater restauriert

Nach 17 Jahren Restaurierungsarbeiten wird das Große Theater in Ephesos morgen wieder bespielt. Organisiert vom Izmir-Festival gastieren die Berliner Philharmoniker unter Sir Simon Rattle in dem mächtigen Amphitheater, das zu den größten der Antike gehörte. Die offizielle Eröffnung soll im Mai 2013 erfolgen.

Archäologie 27.09.2012

Einen wesentlichen Beitrag zur Restaurierung hat das Österreichische Archäologische Institut (ÖAI) geleistet, wie das Wissenschaftsministerium mitteilte. Das ÖAI gräbt seit 1895 in Ephesos.

Ursprüngliche Funktion

Noch bis in die 1990er Jahre gab es viele Konzerte, auch Rock und Pop, in dem Amphitheater, bis es aufgrund von statischen und konservatorischen Problemen geschlossen wurde. Nun erhalte das Theater "seine ursprüngliche Funktion - als Aufführungsort von Theaterstücken und gesellschaftlicher Treffpunkt - zurück", erklärte die ÖAI-Direktorin und Grabungsleiterin in Ephesos, Sabine Ladstätter. Die Neueröffnung sei allerdings mit rigiden Auflagen verknüpft. So dürfen die Konzerte maximal 2.500 Besucher haben, akustische Verstärker sind verboten, so Ladstätter gegenüber der APA.

Ö1 Sendungshinweis:

Über die Restaurierung berichtet auch Wissen Aktuell am 27.09. um 13:55

Die restauratorischen Eingriffe im Theater hätten sich auf das Notwendigste beschränkt, von Rekonstruktionen oder Verkleidungen mit Marmor etc. habe man Abstand genommen. "Der Besucher der Veranstaltungen soll das authentische Ambiente einer Ruinenstätte spüren und nicht den Eindruck einer künstlich geschaffenen Kulisse haben", so die Archäologin.

Österreichisch-türkische Zusammenarbeit

Die Revitalisierung sei nur durch eine enge Zusammenarbeit österreichischer und türkischer Behörden sowie durch Beiträge privater Sponsoren möglich gewesen. Österreich finanziert mit rund 630.000 Euro die Restaurierung der antiken Substanz als Teil des wissenschaftlichen Grabungsprogramms, die Gesellschaft der Freunde von Ephesos trug die Kosten für die statischen Berechnungen, die eine Wiedereröffnung erst möglich machten. Die Kosten für die Adaption des Bauwerkes für eine moderne Nutzung werden von der türkischen Regierung und türkischen Sponsoren getragen. Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (ÖVP) sieht in der Eröffnung "ein sichtbares Zeichen für die weitere Stärkung der wissenschaftlichen und kulturellen Zusammenarbeit" von Österreich und der Türkei.

Das Theater geht zurück auf einen hellenistischen Vorgängerbau aus dem 3. Jahrhundert v. Chr., die größte Ausdehnung erreichte es jedoch während der römischen Kaiserzeit (2. Jh. n. Chr.). Laut Ladstätter hatte es damals eine Kapazität von 22.000 bis 25.000 Sitzplätzen. Im Theater wurden künstlerische Darbietungen aufgeführt und Gladiatorenkämpfen ausgetragen, es war aber auch eine wichtige Station im Rahmen der Kultprozessionen für die ephesische Göttin Artemis. Zudem diente es als Ort der Volksversammlung, der sogenannten Ekklesia. In dieser Funktion wird das Theater von Ephesos auch in der Apostelgeschichte erwähnt, wo von einem Aufstand der ephesischen Silberschmiede gegen die Missionstätigkeit des heiligen Paulus berichtet wird.

science.ORF.at/APA

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