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Leonardo da Vincis Mona Lisa

Lächelte Mona Lisa zweimal?

Eine Stiftung in Genf will die Weltsensation präsentiert haben: Es gibt eine zweite Version des berühmtesten Bildes der Welt. Doch der Wahrheitsgehalt ist so rätselhaft wie Mona Lisas Lächeln.

Kunst 28.09.2012

Rätsel aus Genf

Wenn es denn stimmt, wäre es eine Weltsensation: Von der weltberühmten Mona Lisa soll eine jüngere Version existieren. Leonardo da Vinci persönlich soll das täuschend ähnliche und bereits bekannte Bild rund zwölf Jahre vor dem berühmten Werk im Pariser Louvre gemalt haben. Doch die Behauptungen der "Mona Lisa Foundation" sind bisher kaum überprüfbar, Experten melden Zweifel an. Zudem tauchten in der Vergangenheit immer wieder Bildnisse von Schönen auf, die mit der geheimnisvoll Lächelnden im Pariser Louvre um ihren Ruhm konkurrieren wollten.

Der Ausdruck ist mädchenhafter, die Haut ein wenig glatter, das Gesicht runder - nur das geheimnisvolle Lächeln ist gleich. Der Hintergrund ist ungenauer ausgeführt, was darauf schließen lässt, dass das Bild unvollendet ist. Mit einem aufwändig produzierten Film, in dem verschiedene Experten zu Wort kommen, leitet die Stiftung gestern ihre groß angekündigte Präsentation der bereits bekannten "Isleworth Mona Lisa" in Genf ein. Unter Blitzlichtgewitter wird ein schwarzer Samtvorhang gelüftet, dahinter ein größeres Bild als das bekannte mit demselben schönen Gesicht. "Heute wird die Authentizität von Gemälden häufiger durch neue Technologien bewiesen als von Expertenmeinungen", sagt Stiftungspräsident Markus Frey.

Wenig Begeisterung

Denn das Bild löste schon 1913 unter Kunsthistorikern keine langfristigen Begeisterungsstürme aus. Ein Sammler fand es in einem englischen Landhaus, die Gegend gab dem Bild den Namen. Der britische Kunstliebhaber Henry Pulitzer kaufte 1962 das Gemälde und brachte es in die Schweiz, wo es über 40 Jahre in einem Safe war. Nach seinem Tod übernahm 2008 ein internationales Konsortium das Bild.

2011 gründete das Konsortium die Stiftung, deren Zweck es ist, zu beweisen, dass da Vinci zwei Versionen des Porträts Mona Lisa erschuf und die "Isleworth Mona Lisa" die Echte ist. Für Experten ein wissenschaftlich nicht ganz lupenreines Unterfangen. Zudem ist das Stiftungsratsmitglied David Feldman zugleich Besitzer des Bildes, wie die Stiftung selbst im Film angibt.

Wissenschaftlich fragwürdig

Für den emeritierten Professor für Kunstgeschichte an der Universität von Oxford, Martin Kemp, ist damit die Sache klar: Die Stiftung wolle vermutlich mit dem Werk schlicht Geld verdienen. "Leonardo da Vinci war ein Genie und die Person, die das Bild gemalt hat, war es nicht", sagte er der dpa. Als das Bild erstmals aufgetaucht sei, habe auch niemand geglaubt, dass es echt sei. Viele Details würden darauf hinweisen, dass keinesfalls beide Bilder aus der Hand des Meisters entstanden seien.

Frey formuliert es anders: "Unser Ziel ist es, diesem Bild seinen verdienten Platz in der Geschichte zu geben." Seit der ersten Entdeckung habe es große wissenschaftliche Fortschritte gegeben, die diese Erkenntnisse nun erlaubten.

Fakt ist, dass die um 1503 entstandene Mona Lisa zu den meistkopierten Gemälden der Welt zählt. Zuletzt hatte im Februar eine "Zwillingsschwester" in Spanien für Aufsehen gesorgt. Experten fanden heraus, dass die Dame im Madrider Prado-Museum wirklich in der Werkstatt da Vincis entstand. Statt des Meisters selbst soll aber ein Schüler den Pinsel geführt haben.

Von Sandra Walder und Miriam Bandar, dpa

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