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Nassreisfeld

Methan: Menschlicher Einfluss seit 2.000 Jahren

Heute wird mehr als die Hälfte des Treibhausgases Methan vom Menschen verursacht. Dass er schon lang vor der industriellen Revolution seine Hände mit ihm Spiel hatte, zeigt eine Analyse der Methanquellen der letzten 2.000 Jahre.

Treibhausgase 04.10.2012

Hauptverursacher Mensch

Nach CO2 gilt Methan als gefährlichstes Treibhausgas. Es entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen, Feuchtgebiete wie Sümpfe zählen daher zu den wichtigsten natürlichen Quellen. Der Ausstoß variiert deswegen auch mit dem Klima, in wärmeren und trockeneren Perioden geht er zurück.

Die Studie in "Nature":

"Natural and anthropogenic variations in methane sources during the past two millenia" von C.J. Sapart et al., erschienen am 4. Oktober 2012.

Der größte Teil, nämlich bis zu 60 Prozent, stammt heute jedoch aus anthropogenen Quellen. Die wichtigste ist dabei die Viehzucht, eine weitere landwirtschaftliche Ursache ist der Nassreisanbau, welcher den Anteil der Feuchtgebiete deutlich erhöht hat. Der Gastransport, der Kohlebergbau, die unvollständige Verbrennung fossiler Brennstoffe, Mülldeponien und die Verbrennung von Biomasse gelten ebenfalls als wichtige Quellen.

Isotopen verraten Quelle

Historisch betrachtet hat sich der Anteil der verschiedenen Ursachen immer wieder verschoben, seit der industriellen Revolution sorgten vor allem anthropogene Quellen für einen drastischen Anstieg.

Verlauf des Methanausstoßes in den letzten 2.000 Jahren
Verlauf des Methanaustoßes in den letzten 2.000 Jahren.

In ihrer aktuellen Studie haben die Forscher um Célia Sapart von der Universität Utrecht nun die Zusammensetzung bis zurück in die Zeiten des Römischen Reichs untersucht. Anhand der Isotopenverhältnisse von Eisbohrkernen aus dem Grönländischen Eisschild hat das Team die Entwicklung von 100 v. Chr. bis heute nachgezeichnet. Die Verhältnisse der Isotopen des im Eis gebundenen antiken Methans unterscheiden sich nämlich, je nach dem aus welcher Quelle das Treibhausgas stammt. So enthält etwa Methan, das bei der Verbrennung entsteht, im Verhältnis zu C14 mehr vom schwereren Kohlenstoff-Isotop C13 als Methan aus Feuchtgebieten.

Früher menschlicher Einfluss

Der generelle Trend von 100 v. Chr. bis 1600 zeigt den Forschern zufolge die Zunahme der Landnutzung durch den Menschen. Aber auch innerhalb dieser Kurve gab es Schwankungen. Ein erster Höhepunkt der Verbrennung von Holz zum Heizen bzw. Schmelzen von Metall sei zu Zeiten des blühenden Römischen Reiches sichtbar.

Um etwa 200 n.Chr. deuten die Daten auf einen Rückgang der Abholzung durch den Menschen, das falle mit einem drastischen Bevölkerungsrückgang in China sowie in Europa zusammen, als Folge des Endes der Han-Dynastie und des Niedergangs des Römischen Reichs.

Waldbrand
Waldbrände hinterlassen "schweres" Methan.

Insgesamt sei der menschliche Anteil damals noch recht niedrig gewesen. Der nächste signifikante Anstieg erfolgte laut den Forschern erst wieder im Mittelalter, vor etwa 1.000 Jahren. Eigentlich war dies eine sehr warme und trockene Periode und die Feuchtgebiete schwanden. Die Dürre führte jedoch zu Waldbränden, und die Abholzung wurde gezielt vorangetrieben, um Platz für die in Asien und Europa wieder stark zunehmende Bevölkerung und die wachsenden Städte zu schaffen.

Das nächste Maximum an durch Verbrennungen verursachtes Methan fanden die Forscher im Zeitraum zwischen 1350 und 1850, es fällt mit der sogenannten Kleinen Eiszeit zusammen, eine sehr trockene und kalte Periode. Nach 1800 stieg der gesamte Ausstoß drastisch an, die industrielle Revolution und die Bevölkerungsexplosion haben ihre Spuren hinterlassen. Das meiste menschengemachten Methan entsteht seitdem bei der Produktion von Nahrungsmittel, beispielsweise durch Reisfelder und Viehzucht.

Der Mensch ist daher heute für mehr als die Hälfte des Methans verantwortlich. Dass er die Emissionen mit seinen Aktivitäten eindeutig schon zu Zeiten des Römischen Reichs prägte, ist den Forschern zufolge aber erstaunlich.

Eva Obermüller, science.ORF.at

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