
Schlangengift als Schmerzhemmer
Mambalgine heißen die Substanzen, mit denen Eric Lingueglia nun Experimente durchgeführt hat. Wie er im Fachblatt "Nature" schreibt, sind die Schlangengift-Proteine in ihrer Wirkung durchaus mit Opiaten (etwa Morphin) zu vergleichen, haben allerdings weniger Nebenwirkungen.
Opiate führen oft zu Übelkeit, Verstopfung und nicht zuletzt auch zur Abhängigkeit der Schmerzpatienten. Grund für den Unterschied ist der Wirkmechanismus der Mambalgine: Während etwa Morphin an Opioid-Rezeptoren andockt, hemmen die Schlangengift-Proteine spezielle Ionenkanäle namens ASIC.
Diese Kanäle sitzen in den Membranen von Neuronen und beeinflussen die Schmerzwahrnehmung - wie genau, ist noch unbekannt. Bislang wurden die Versuche nur an Mäusen durchgeführt. "Nun müssen wir klären, ob die Substanzen auch bei Menschen wirken", sagt Lingueglia gegenüber "Nature News".
Versuche im Reagenzglas mit menschlichen Neuronen seien jedenfalls vielversprechend. Studien zufolge hätten auch andere Gifttiere medizinisch vielversprechende Substanzen in petto: nämlich Seeanemonen, Spinnen und Skorpione.
science.ORF.at
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