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Junge Frau beißt in ein Stück Schokolade

Essen Nobelpreisträger mehr Schokolade?

Auch so kommt man als Forscher in die Nachrichten: Der Schweizer Mediziner Franz Messerli hat einen Zusammenhang zwischen Schokoladekonsum und der Vergabe von Nobelpreisen entdeckt.

Statistik 11.10.2012

Es mag auf den ersten Blick absurd klingen (und ist es vermutlich auch), doch immerhin waren die Herausgeber des ehrwürdigen "New England Journal of Medicine" bereit, eine derartige Notiz zu veröffentlichen. Messerlis Argumentation: Inhaltsstoffe von Schokolade, sogenannte Polyphenole, hätten im Tierversuch gezeigt, dass sie die Leistungsfähigkeit des Gehirns steigern könnten. Und von dieser Erkenntnis ausgehend könne man vermuten: Vielleicht macht Schokolade ganze Populationen klüger?

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"Chocolate Consumption, Cognitive Function, and Nobel Laureates", New England Journal of Medicine (doi: 10.1056/NEJMon1211064).

Eine entsprechende Korrelation gibt es tatsächlich, wie Messerli schreibt. Die Schweizer haben (unter 23 untersuchten Ländern) den höchsten Pro-Kopf-Schokoladeverbrauch und sind auch bei den gesammelten Nobelpreisen die Nummer eins (relativ zur Bevölkerungsgröße). Die USA, Frankreich, China, Japan und Brasilien ordnen sich entlang der Nobelpreis-Schokolade-Korrelationsachse an, einzig die Deutschen und die Schweden scheinen ein wenig auszuscheren.

Erstere haben angesichts ihres Schokoladeverbrauchs zu wenige, letztere zu viele Nobelpreisträger. Was die Schweden betrifft, bietet Messerli zwei Erklärungen an. Vielleicht seien die Skandinavier besonders empfänglich für die leistungssteigernden Effekte von Schokolade; vielleicht bevorzuge das Nobelpreiskomitee auch einfach seine Landsleute.

Ganz ernst nehmen muss man die Studie freilich nicht. Und klar, es ließen sich plausiblere Erklärungen für die Korrelation finden. Möglicherweise schielt Messerli selbst auf einen Nobelpreis, wenn auch nicht auf den richtigen. Sein Brückenschlag zwischen Exzellenzforschung und Diätik passt verdächtig gut in das Beuteschema von Marc Abrahams. Der Herausgeber der "Annals of Improbable Research" vergibt jedes Jahr mit seinem Team die sogenannten Ig-Nobelpreise - für besonders absurde und/oder lustige Forschungen.

Robert Czepel, science.ORF.at

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