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Meer unter Himmel mit Wolken

Tödlich heißer Ozean am Äquator

Vor 250 Millionen Jahren ereignete sich das größte Massensterben der Erdgeschichte. In einem relativ kurzen Zeitraum starben 70 Prozent aller Tier- und Pflanzenarten an Land und sogar 95 Prozent der Meeresbewohner aus. Das Oberflächenwasser am Äquator erwärmte sich damals laut einer neuen Studie schnell - auf bis zu 40 Grad Celsius.

Erdgeschichte 19.10.2012

Zum Vergleich: Die heutige Oberflächentemperatur der Meere am Äquator liegt im Jahresschnitt zwischen 25 und 30 Grad Celsius.

Die Studie:

"Lethally Hot Temperatures During the Early Triassic Greenhouse" von Yadong Sun und Kollegen ist am 18.10. in "Science" erschienen.

Diese hohen Temperaturen machten ein Überleben in den niedrigen Breiten zwischen 30 Grad nördlicher und 40 Grad südlicher Breite für nahezu alle Meerestiere unmöglich, wie ein internationales Forscherteam nachweisen konnte. Darunter befindet sich auch der Chinese Yanlong Chen, der gerade Dissertant am Institut für Erdwissenschaften an der Universität Graz ist.

Auswirkungen zu Wasser und zu Land

Ausgelöst wurde das Massensterben im frühen Trias, also vor 252 bis 247 Millionen Jahren, durch verheerende Vulkanausbrüche und flächendeckende Waldbrände, wie Forscher in einer früheren Studie berichteten. Erde und Ozeane erwärmten sich, der Sauerstoffgehalt der Atmosphäre sank dramatisch, ebenso jener der Meere, die zudem versauerten.

Die Folgen dieser unwirtlichen Bedingungen für das Leben in den Ozeanen waren mannigfaltig, wie nun Chen und seine Kollegen berichten: Es bildeten sich Wüsten von Kalkalgen, verschiedene Arten wanderten in höhere Breiten ab, andere reduzierten ihre Körpergröße, die meisten starben aus.

Der Temperaturanstieg hatte aber nicht nur Auswirkungen auf die Ozeane: Es kam auch zu einem deutlichen Rückgang von Landtieren und -pflanzen, was den Mangel an Kohleablagerungen in der Frühen Trias erklären kann, heißt es in "Science".

Sauerstoff in Fossilien gemessen

"Die absoluten Temperaturmessungen basieren auf Messungen der Sauerstoffisotope an Fossilien", erklärte Yanlong Chen. Konkret handelt es sich um Conodonten, die zahnähnlichen Überbleibsel fischartiger Tiere des Erdmittelalters, die aus dem Nanpanjiang Becken in Südchina, stammen.

Mit einem Elektronenmikroskop gemachte Aufnahme eines Conodonten, das die Forscher zur Messung der Sauerstoffvarianten verwendet haben
Mit einem Elektronenmikroskop gemachte Aufnahme eines Conodonten

Zur Erklärung: Im Laufe des Lebens nimmt jeder Organismus kontinuierlich leichtere und schwerere Arten von Sauerstoff auf (Isotope O16 und O18). In Kaltzeiten wird die leichtere Variante allerdings in den entstehenden Eismassen eingelagert. Dadurch entsteht ein relativer Überschuss der schwereren Isotope im Meerwasser und die Organismen bauen diese vermehrt ein. Aufgrund der Verhältnisse der Sauerstoffarten in den Fossilien kann daher auf die damaligen Temperaturen geschlossen werden.

Lektionen für die Gegenwart

Dass eine globale Erwärmung in den unterschiedlichsten erdgeschichtlichen Perioden eine indirekte Auswirkung auf Massensterben hatte, war bereits bekannt. Die neuen Ergebnisse zeigen aber, dass "extreme Temperaturen direkt mit dem Aussterben und die anschließende Regenerationsphase von Arten an der Perm/Trias Grenze zusammenhängen können", schreiben die Wissenschaftler.

Und das könne auch Einsichten für die aktuelle Erd- und Ozeanerwärmung liefern, hält ein Begleitartikel in "Science" fest. "Vor allem die Auswirkungen steigender Wassertemperaturen, reduziertem Sauerstoffgehalt und Versäuerung auf verschiedene Meeresbewohner können besser verstanden werden", heißt es. In Zukunft solle u.a. erforscht werden, welche Regionen sich bei den extremen Wassertemperaturen besser geschlagen haben als andere - und damit als Lektion für die Gegenwart dienen.

science.ORF.at/APA

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Forum

 
  • noch zur artenvielfalt :

    archetype, vor 212 Tagen, 18 Stunden, 25 Minuten

    siehe unter :
    http://science.orf.at/stories/1706472

    mfg. h.t.

  • better, vor 215 Tagen, 1 Stunde, 43 Minuten

    ...der Sauerstoffgehalt der Atmosphäre sank dramatisch, ebenso jener der Meere, die zudem versauerten.

    Suchstabenbalat?

    • Kohlendioxid

      karl273, vor 214 Tagen, 7 Stunden, 14 Minuten

      Der Sauerstoff machte die Meere nicht sauer, sondern das Kohlendioxid.

  • Jaja

    toberlone, vor 215 Tagen, 5 Stunden, 1 Minute

    Das Massensterben im Perm - war ein langer Weg, bis diese Erkenntnis die Redaktion erreicht hat :-)

  • Lektionen für die Gegenwart

    fenris79, vor 215 Tagen, 5 Stunden, 7 Minuten

    etwas bauen das wärme dirket in Elektrische Energie umwandelt.

    • fenris79, vor 215 Tagen, 5 Stunden, 6 Minuten

      etwas bauen das wärme dirket in elektrische energie umwandelt.

    • Gibt es...

      triebwerk1, vor 215 Tagen, 3 Stunden, 20 Minuten

      ...nennt sich Peltier-Element.

    • Ich liege gerade im Wald

      founder, vor 215 Tagen, 2 Stunden, 6 Minuten

      Und mein Notebook wird mit etwas versorgt, was Licht direkt in Strom umwandelt. Nennt sich "Photovoltaik"
      http://notebook.pege.org/2012-outdoor/

    • Kühlung

      karl273, vor 214 Tagen, 6 Stunden, 44 Minuten

      Um Wärme in elektrische Energie umwandeln zu können, benötigt man auch eine Kühlung, denn ein Wärmebad alleine genügt nicht.

      Das Peltier-Element arbeitet als elektrische Wärmepumpe, und macht genau das Gegenteil wie das Thermo-Element.

      Thermo-Elemente mit einem Wirkungsgrad von 15 % kann man aus dotiertem Bleitellurid herstellen (PbTe).

      Man hat die Wärmeleitfähigkeit des Bleitellurids gezielt verringert, ohne die elektrische Leitfähigkeit wesentlich zu verringern.

      Solarthermische Kraftwerke mit Parabolrinnenkollektoren, Dampfturbinen und restlichem Zubehör haben nur einen Wirkungsgrad von 14 Prozent.

      Der Schmelzpunkt von Bleitellurid beträgt 905 °C, und seine Arbeitstemperatur beträgt 600 °C, so dass die Parabolrinnenkollektoren nicht besonders genau fokussieren müssen.

      Literatur:

      http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/aenm.201290046/abstract

    • Kürzere Adresse

      karl273, vor 214 Tagen, 6 Stunden, 34 Minuten

      http://tinyurl.com/9bjycv2