Grund für Meningitis-Welle offiziell bestätigt
Die Pilzverseuchung in Schmerzspritzen sei tatsächlich der Grund für den Ausbruch der Meningitis, bestätigte die US-Arzneimittel-Behörde am Donnerstag.
Die Zahl der Toten infolge der Verunreinigung stieg den Behörden zufolge mittlerweile auf 20, die Zahl der Erkrankungen liegt weiterhin bei 257.
14.000 Patienten behandelt
Links:
- US-Behörde FDA über den Meningitis-Ausbruch (Wikipedia)
- Fungal Meningitis Outbreak Investigation, Center for Disease Control and Prevention
- New England Compounding Center Meningitis outbreak (Wikipedia)
Ö1 Sendungshinweis:
Dem Thema widmet sich auch ein Beitrag in Wissen aktuell: 19.10., 13:55 Uhr.
Landesweit wurden den Angaben zufolge rund 14.000 Patienten in 23 Bundesstaaten mit der verseuchten Injektion behandelt. Das zur Gruppe der Steroide gehörende Schmerzmittel wird üblicherweise in den Bereich des Rückenmarks gespritzt, um Rückenschmerzen zu lindern.
Die mit dem Pilz verseuchten Injektionen wurden von der Firma NECC im Bundesstaat Massachusetts hergestellt. Das Unternehmen rief inzwischen alle Injektionsdosen zurück, stellte seine Produktion ein und gab seine Lizenz zurück.
Klage gegen den Hersteller
Firmen wie NECC arbeiten in der Regel nur für eine begrenzte Anzahl von Ärzten sowie für Kliniken; sie unterliegen damit nicht denselben strikten Vorgaben wie die großen Pharmaunternehmen.
Als Konsequenz aus der Affäre wurden zunehmend Rufe nach einer schärferen Kontrolle auch dieser Firmen laut. Zudem reichte ein erstes mutmaßliches Opfer Klage gegen den Hersteller ein. Darin gibt die Klägerin an, sie habe eine Woche nach der Behandlung ihrer Rückenschmerzen unter Kopfschmerzen und Übelkeit gelitten.
Die Meningitis greift Gehirn und Rückenmark an. Die Krankheit bleibt oft lange unentdeckt, weil die ersten Symptome einer Grippe ähneln. Sie ist allerdings nicht ansteckend. Die Betroffenen müssen im Krankenhaus intravenös Medikamente gegen den Erregerpilz erhalten.
science.ORF.at/AFP
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