
Schon die alten Römer liebten Orchideen
"Phytoikonographie" nennt Giulia Caneva von der Universität Rom ihre Forschungsrichtung. Gemeinsam mit ihren Studentinnen und Studenten hat sie eine Datenbank mit Pflanzendarstellungen auf italienischen Kunstwerken erstellt und die Vorlagen für die Abbildungen identifiziert.
Die Studie:
"Orchids in the Roman culture and iconography: Evidence for the first representations in antiquity" ist im "Journal of Cultural Heritage" erschienen (DOI:10.1016/j.culher.2012.09.002).
Fruchtbarkeit und Wohlstand
Bereits bekannt waren Orchideendarstellungen aus der Renaissance-Zeit. Den Forscherinnen gelang es aber im Rahmen ihrer Studie, schon viel früher Orchideensymbole zu identifizieren. Konkret entdeckten sie auf dem Tempel der Venus Genetrix , den Cäsar im Jahr 46 v.Chr. errichten ließ, und auf dem Ara Pacis, einem Kaiser Augustes gewidmeten, im Jahr 13 v.Chr. gebauten Monument, Abbildungen von Orchideen.
Die Wissenschaftlerinnen vermuten in "Science Online", dass die Künstler das Symbol gewählt haben, um damit die Themen Fruchtbarkeit und Wohlstand auszudrücken.
Das Wort "Orchideen" stammt vom griechischen "Orchis", was "Hoden" bedeutet. Orchideen verbildlichen in vielen Kulturen sowohl die männlichen als auch die weiblichen Sexualorgane. Diese sexuelle "Aufladung" dürfte auch der Grund sein, warum die Pflanzen mit aufkommendem Christentum aus den Darstellungen verschwanden. Erst in der Renaissance wurden sie als Symbole für Schönheit und Eleganz wieder entdeckt.
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