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Ein Belugawal

Belugawal ahmte menschliche Stimmen nach

Ähnliche Tonlage, ähnlicher Rhythmus: US-Forscher berichten über einen jungen Belugawal, der seine eigenen Töne gezielt verändert und damit menschliche Stimmen nachgeahmt hat. Laut Studie ist das der erste direkte Nachweis dieser Fähigkeit. Der Wal könnte Kontakt zu Menschen gesucht haben.

Verhaltensforschung 23.10.2012

Das Team um Sam Ridgway von der National Marine Mammal Foundation in San Diego (US-Staat Kalifornien) war bereits vor knapp 30 Jahren auf die ungewöhnlichen Laute des Belugas aufmerksam geworden. Genauere Untersuchungen zeigten, dass die Geräusche des Wals nicht nur in der Tonlage, sondern auch in Dauer und Rhythmus der menschlichen Stimme erstaunlich ähnlich waren.

Die Studie:

"Spontaneous human speech mimicry by a cetaceanberichten" ist am 22. Oktober 2012 in "Current Biology" erschienen (DOI:10.1016/cub.2012.08.044).

Taucher hörten Stimmen

Ridgway und seine Mitarbeiter hatten bereits 1984 ungewöhnliche Geräusche in der Nähe eines Wal- und Delfinbeckens wahrgenommen. Den Forschern zufolge klangen die Laute wie Menschen, die sich in einiger Entfernung unterhielten. Auch Taucher in diesem Becken waren verunsichert - einer sei sogar an die Wasseroberfläche gekommen und habe gefragt, wer ihn zum Auftauchen aufgefordert habe. Es stellte sich heraus, dass die Quelle des Wortes "out" und der merkwürdigen Geräusche ein neun Jahre alter Beluga (Delphinapterus leucas) namens "NOC" war.

Genauere Untersuchungen zeigten, dass seine Geräusche nicht nur in der Tonlage, sondern auch in Dauer und Rhythmus der menschlichen Stimme erstaunlich ähnlich waren. Die üblichen Walgeräusche seiner Art liegen um mehrere Oktaven höher. Um solche Töne zu erzeugen, musste das Tier seine normale Methode der Lauterzeugung verändern, schreiben die Forscher.

Audio: Aufnahme des Wals, der "menschlich" spricht

Statt mit einem Druckanstieg unterhalb des Blaslochs habe "NOC" zusätzlich weitere Muskeln und Höhlungen im Kopfbereich eingesetzt. Laut Ridgway bedeutet das eine bewusste Anstrengung und damit möglicherweise einen Wunsch nach Kontakt.

Interesse verschwindet mit Alter

"Das ist ein eindeutiger Hinweis auf Lautlernen bei Belugas", schließt der Forscher. Der junge Beluga lernte den Klang menschlicher Stimmen in den sieben Jahren seiner Gefangenschaft vermutlich nicht nur von der Wasseroberfläche, sondern auch von Unterwassergeräten, mit denen Taucher in seinem Becken Kontakt hielten.

Als das Tier vier Jahre später erwachsen wurde, verlor es offenbar das Interesse an den fremden Klängen - es wurde zwar nicht stiller, aber äußerte fortan nur noch Beluga-typische Pfeiflaute. "NOC" ist vor fünf Jahren gestorben.

Ridgway zufolge hat es schon früher Berichte von Walen gegeben, die scheinbar menschliche Geräusche nachmachen. Dies sei aber die erste Untersuchung, die diese Fähigkeit direkt nachweise, schreiben die Forscher. Der Belugawal namens "NOC" ist mittlerweile gestorben.

science.ORF.at/dpa

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Forum

 
  • hounzzz, vor 211 Tagen, 9 Stunden, 26 Minuten

    hört sich fast gleich an, wie meine katze bevor sie kotzt...

    • und der arme NOC ist gleich 2 x gestorben.

      sowas11, vor 211 Tagen, 5 Stunden, 51 Minuten

      armes ding.

  • Nachahmung

    karl273, vor 211 Tagen, 13 Stunden, 39 Minuten

    Viele Tiere ahmen menschliche Stimmen und andere Geräusche nach.

    Das muss kein Zeichen eines Kommunikationsversuches mit den Menschen sein.

    Bild, Delfinsprache:

    http://members.chello.at/karl.bednarik/GARLARDE.JPG