
Kleinkinder sind unter Beobachtung großzügiger
Die Untersuchung zeige, dass schon kleine Kinder sich nach einer gewissen Strategie sozial verhalten - und zwar lange, bevor sie sich darüber bewusst werden, wie wichtig zum Beispiel ein "guter Ruf" im Zusammenleben ist, schreiben Kristin Leimgruber von der Yale-Universität in New Haven und ihre Kolleginnen in einer Studie.
Die Studie:
"Young Children Are More Generous when Others Are Aware of Their Actions" von Kristin Leimgruber und Kollegen ist am 31.10. in "PloS One" erschienen.
Transparenz macht sozialer
Die Forscherinnen teilten in ihrer Untersuchung insgesamt 64 fünfjährige Kinder - darunter Mädchen und Buben - in Zweierpaare ein. Die Kinder kannten sich aus der Vorschule. Die Forscher erklärten ihnen, dass sie bei einem Spiel mitmachen, bei dem sie Aufkleber sammeln können, die sie am Ende gegen einen Preis eintauschen können.
Ein Fünfjähriger hatte nun jeweils die Gelegenheit, kleine Aufkleber zwischen sich und seinem Teampartner aufzuteilen. In einem Versuch bekam er oder sie selbst zum Beispiel vier Sticker und konnte dann entscheiden, wie viele Aufkleber dem Gegenüber abgegeben werden. Die Sticker lagen in einer Box und wurden durch das Ziehen eines Hebels verteilt.
Die Kinder verhielten sich durchwegs immer dann großzügig, wenn der Spendenempfänger sie beim Verteilen sehen konnte. Verhinderten die Wissenschaftler den Sichtkontakt, gaben sie den anderen weniger Sticker. Das gleiche passierte, wenn die Forscher die Sticker in einer undurchsichtigen Box ablegten, deren Inhalt nur der Verteiler kannte: Auch dann waren die Kinder weniger großzügig.
Vorsicht bei der Interpretation
Den genauen Grund für das gezeigte strategische soziale Verhalten kennen die Forscher noch nicht. Die Kinder verhielten sich jedoch ziemlich genau wie die Großen: Auch Erwachsene sind Studien zufolge vor allem dann großzügig, wenn ihre Umwelt davon etwas mitbekommt und wenn ihr Ansehen dadurch steigt.
Die Wissenschaftler weisen darauf hin, dass die Kinder eventuell geizig gehandelt haben, weil sie ihnen das Experiment als "Spiel" vorgestellt haben. Möglicherweise haben die Kinder es dadurch als Wettbewerb missverstanden, heißt es in dem Journal.
science.ORF.at/APA/dpa
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