
Neue Opferdatenbank, neue Homepage
In einer zehnjährigen Forschungsarbeit gemeinsam mit dem Karl von Vogelsang-Institut wurden die Namen von Opfern der politischen Verfolgung im Nationalsozialismus erfasst und online gestellt. Das Ergebnis sind 74.526 Personendaten, davon 63.268 Schoah-Opfer, 4.617 Gestapo-Opfer und 7.971 Opfer politischer Verfolgung.
Sendungshinweise
Am 12. März 2013 jährt sich zum 75. Mal der Einmarsch deutscher Truppen in Österreich, der sogenannte "Anschluss". Der ORF erinnert mit einem umfangreichen Programmangebot in TV, Radio und Internet an dieses Ereignis des Jahres 1938, mit dem die Erste Republik ihr Ende fand.
Virtueller Recherche- und Gedenkort
Die Datenbanken des DÖW werden hauptsächlich von Forschern, Studenten, Schülern, der interessierten Öffentlichkeit sowie Nachkommen von NS-Opfern für Lern- und Forschungszwecke sowie für die Suche von Verwandten genutzt. Sie seien aber auch "virtuelle Gedenkorte für Menschen, die den Terror der Nationalsozialisten nicht überlebten", sagte Brigitte Bailer, wissenschaftliche Leiterin des DÖW, bei einer Pressekonferenz am Mittwoch.
Mit dem aktuellen Projekt liegen erstmals auf konkreter empirischer Forschung beruhende Angaben zur Zahl der Opfer politischer Verfolgung vor. Die Gesamtzahl jener, die im Widerstand aktiv waren, müsse aber viel höher angenommen werden, sagte Bailer. Ungefähr 100.000 Personen seien beispielsweise aus dem einen oder anderen Grund von der Gestapo erfasst worden. Manchen sei es aber gelungen, den Verfolgern zu entkommen oder gar nicht in deren Fokus zu geraten.
Namen und Gesichter zu den Zahlen
Dass die neue Datenbank und der Homepage-Relaunch in zeitlicher Nähe zum 75. Jahrestag des "Anschlusses" Österreichs an das Deutsche Reich präsentiert wurden, sei kein Zufall, sagte Helmut Wohnout vom Karl von Vogelsang-Institut. Mit der Erfassung der Opfer setze man den immer wiederkehrenden Relativierungsversuchen wissenschaftlich fundierte Fakten entgegen und gebe den Zahlen Namen und Gesichter, so Wohnout weiter.
Die Forschungsdatenbanken stehen auch im Zentrum der neuen Homepage. Die Suche nach Personen sei nämlich eines der Hauptinteressen der User. Die Datenbanken enthalten neben den Namen auch Bilder, eingescannte Originaldokumente wie Totenscheine, Details zu Deportationszielen, Todesorten und an der Tötung beteiligten Institutionen. Gesucht werden kann dabei nicht nur nach Namen, sondern auch nach Orten und Daten. Ergänzt wird die Startseite durch Terminangebote.
science.ORF.at/APA
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