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Zerstörter Reaktorblock des Atomkraftswerks Fukushima

Associated Press

Kritik an WHO: Mehr Krebsfälle nach Fukushima?

Nach der Reaktorkatastrophe in Fukushima ist die Zahl der künftigen Krebserkrankungen in Japan möglicherweise deutlich höher als erwartet. Das berichtet die Organisation Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW), die damit auch einer vor kurzem erschienenen Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) widerspricht.

Medizin 06.03.2013

"Drei verschiedenen Abschätzungen und neuesten Erkenntnissen zufolge wird es allein durch die äußere Strahlenbelastung 40.000 bis 80.000 zusätzliche Krebsfälle geben", sagte Henrik Paulitz am Dienstag in Berlin.

Außerdem erwarten die Wissenschaftler noch gut 37.000 zusätzliche Krebserkrankungen durch strahlenbelastete Nahrungsmittel. Das seien Prognosen aufgrund eines neu ermittelten und doppelt so hohen Risikofaktors.

Weniger Geburten wegen Strahlen?

Unter anderem die Auswirkungen auf Ungeborene, Babys und Kleinkinder seien bisher dramatisch unterschätzt worden, kritisierten die Ärzte. "Neun Monate nach der Fukushima-Katastrophe gab es einen signifikanten Einbruch der Geburtenzahlen in Japan", berichtete der Kinderarzt Winfrid Eisenberg.

Im gesamten Land "fehlten" demnach 4.362 Babys, die statistisch zu erwarten gewesen wären. "Wir gehen davon aus, dass viele Embryonen strahlenbedingt gestorben sind."

Kritik an WHO

Die Ärzte übten scharfe Kritik an der jüngst von der WHO vorgelegten Prognose, wonach das Krebsrisiko in den verstrahlten Gebieten nur "leicht erhöht" sei. Absolute Zahlen wurden in der WHO-Erhebung nicht genannt. Grund für diese "Verharmlosungstendenz", so die Ärzte, sei eine Vereinbarung (WHA 12.40), die die WHO schon 1959 mit der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) getroffen hat.

Danach darf die Weltgesundheitsorganisation zu Strahlenfolgen nichts ohne Zustimmung der Atomenergie-freundlichen IAEA veröffentlichen. Außerdem gebe es in dem WHO-Report wissenschaftliche Ungenauigkeiten und Interessenkonflikte bei den Autoren, kritisierte IPPNW-Experte Alex Rosen.

science.ORF.at/dpa

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