
Früher Tod durch zu viel Wurst
"Rund drei Prozent aller frühzeitigen Todesfälle sind auf den hohen Konsum von Fleischprodukten zurückzuführen", erklärte Studienleiterin Sabine Rohrmann vom Institut für Sozial- und Präventivmedizin der Uni Zürich.
Maßvoller Konsum empfohlen
Die Studie in "BMC Medicine":
"Meat consumption and mortality – results from the European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition" von S. Rohrmann, erschienen am 7. März.
Sie und ihre Forscherkollegen in ganz Europa hatten den Zusammenhang zwischen Fleischkonsum und Sterberisiko untersucht. Es zeigte sich, dass Personen, die viel Wurstwaren, Salami oder Schinken essen, ein höheres Risiko haben, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder an Krebs zu sterben. Mögliche Ursachen für die erhöhte Krebsmortalität seien krebserregende Stoffe wie Nitrosamine, die beim Salzen, Pökeln oder Räuchern entstehen. Verarbeitete Fleischprodukte seien außerdem reich an Cholesterin und gesättigten Fetten, was mit dem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung steht.
Es fanden sich auch weitere Einflussfaktoren auf das Sterberisiko: Die Resultate bestätigen frühere Befunde, dass Vegetarier oft gesünder leben als Nichtvegetarier, mehr Sport treiben und weniger rauchen. Hier fanden die Forschenden, dass jene Testpersonen, die am meisten verarbeitete Fleischprodukte aßen, auch weniger Früchte und Gemüse konsumierten, mehr Alkohol tranken und mehr rauchten.
Doch auch wenn diese Faktoren bei der Datenauswertung berücksichtigt würden, bleibe das zentrale Resultat das gleiche, schreibt die Uni: Wer jeden Tag mehr als 40 Gramm verarbeitete Fleischprodukte isst, hat ein erhöhtes Sterberisiko im Vergleich zu jenen, die weniger als 20 Gramm pro Tag essen.
Fleisch trage aber auch zur Versorgung mit wichtigen Vitaminen bei, besonders B-Vitaminen, und Mineralstoffen, wie Eisen, erklärte Rohrmann. Ein mäßiger Fleischkonsum bis zu 40 Gramm pro Tag sei deshalb in Ordnung und erhöhe das Sterberisiko nicht.
science.ORF.at/APA/sda


