Standort: science.ORF.at / Meldung: "Entfernung zu Nachbargalaxie präzisiert"

Große Magellansche Wolke

Hubble/ESA

Entfernung zu Nachbargalaxie präzisiert

Nach fast einem Jahrzehnt Beobachtungen hat ein Astronomenteam die Entfernung der Großen Magellanschen Wolke, der nächsten Nachbargalaxie unserer Milchstraße, so genau wie nie zuvor bestimmt. Die Messung soll auch das Wissen über die derzeitige Expansionsrate des Universums - die sogenannte Hubble-Konstante verbessern.

Messung 07.03.2013

Laut den Forschern ist dies zudem ein entscheidender Schritt auf dem Weg zum Verständnis der Natur der Dunklen Energie, die die Ausdehnung noch weiter beschleunigt.

Weniger Ungenauigkeiten

Die Studie in "Nature":

"An eclipsing binary distance to the Large Magellanic Cloud accurate to two percent" von G. Pietrzyński et al., erschienen am 7. März 2013.

Astronomen bestimmen die Größenskalen des Universums, indem sie zunächst die Entfernungen zu nahegelegenen Objekten vermessen und diese im Anschluss verwenden, um die Abstände zu noch weiter entfernten Objekten zu ermitteln. Bis vor kurzem ist es allerdings nicht gelungen, die Entfernung der Großen Magellanschen Wolke, eine der nächsten Nachbargalaxien unserer Milchstraße, exakt zu bestimmen.

Durch Analysen der Beobachtungen einer seltenen Klasse von Doppelsternen haben die Astronomen nun einen präzisen Wert ermittelt: 163.000 Lichtjahre. Das Ergebnis soll auf zwei Prozent genau sein.

Die Verbesserung der Messgenauigkeit für die Entfernung der Großen Magellanschen Wolke führt den Forschern zufolge auch zu genaueren Entfernungswerten für sogenannte Cepheiden. Diese hellen, pulsierenden Sterne werden verwendet, um die Entfernungen weiter entfernter Galaxien zu bestimmen und die derzeitige Expansionrate des Universums zu ermitteln, die auch als Hubble- Konstante bezeichnet wird. Die Hubble-Konstante wiederum ist die Grundlage der Durchmusterung des Universums bis hin zu den fernsten Galaxien, die man mit den heutigen Teleskopen beobachten kann. Die präzisere Entfernung der Großen Magellanschen Wolke reduziert damit auch die Ungenauigkeit derzeitiger Messungen kosmologischer Entfernungen.

science.ORF.at

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