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Entsetzter Fan im Stadion

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Sportfans: Fett durch Niederlagen?

Verliert die Lieblingsmannschaft ein Spiel, kompensieren Sportfans die Niederlage mit einem fettreichen Frustmenü. Siege wirken sich laut einer aktuellen Studie hingegen positiv auf die Kalorienbilanz aus.

Ernährung 22.08.2013

"Panem et circenses", Brot und Spiele halten die Massen bekanntlich gewogen. Die Spiele sind heute ein bisserl anders als damals, statt mit dem Kurzschwert kämpfen die Gladiatoren der Gegenwart nun um einen Ball. In Europa ist er rund, in den USA eierförmig, die Massen vermag beides zu mobilisieren: Das NFL-Finale 1012 sahen 111 Millionen Menschen im Fernsehen, bei der Fußball-WM zwei Jahre davor waren es gar 2,2 Milliarden.

Und das Brot? Auch das hat sich verändert, der Mangel ist kein Thema mehr, westliche Industriegesellschaften haben, wenn schon, dann eher ein Problem mit dem Überfluss. Das wissen auch Yann Cornil und Pierre Chandon vom Institut Européen d'Administration des Affaires in Fontainebleau. Titel ihrer aktuellen Studie: "From Fan to fat?" Ihre Antwort: Ja, der frustrierte Fußball- respektive Football-Fan neigt in der Tat zur Fehlernährung.

Verliert die Lieblingsmannschaft, steigen im Vergleich zu spielfreien Tagen die Kalorienaufnahme sowie der Konsum von Zucker und gesättigten Fetten. Das gilt laut Statistiken zumal dann, wenn die Niederlage entweder überraschend oder knapp ausfällt. Nach einem Sieg neigt der Fan indes zu gesunder Kost. Dieser Trend gilt zumindest in US-amerikanischen (Football) und französischen Großstädten (Fußball).

Die Ernährungsgewohnheiten der österreichischen Fußballanhänger wurden im Rahmen der Studie nicht untersucht. Was angesichts … Cornil und Chandon bieten jedenfalls eine Gegenmaßnahme für Leidgeprüfte an: "Schreiben Sie nach einer Niederlage auf, was für Sie wirklich wichtig im Leben ist. Diese einfache Technik, 'Selbstaffirmation' genannt, entfernt die negativen Wirkungen der Niederlage vollständig."

Robert Czepel, science.ORF.at

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