Standort: science.ORF.at / Meldung: "Stellvertreter helfen, Ängste zu überwinden"

Frau mit änsgtlichem Gesichtssausdruck

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Stellvertreter helfen, Ängste zu überwinden

Phobien sind ein alltägliches Phänomen und schwer zu bewältigen. Laut einer Studie kann die Beobachtung von anderen Menschen helfen: Furchtlosigkeit ist offenbar sozial übertragbar.

Psychologie 16.09.2013

Psychologen wussten bereits, dass Phobien und Ängste nicht immer aus persönlichen Erfahrungen entstehen. Die Studienleiterin Armita Golkar vom schwedischen Karolinska Institut erklärt den Vorgang: "Informationen darüber, was in unserer Umgebung sicher ist und was nicht, werden durch soziale Lernvorgänge von anderen Menschen übernommen."

So werden zum Beispiel die Kinder einer Frau, die Angst vor Spinnen hat, wahrscheinlich ebenfalls eine Arachnophobie entwickeln - einfach, weil sie Spinnen mit der Angst der Mutter assoziieren und deshalb als angsteinflößend wahrnehmen.

Die Studie:

"Other People as Means to a Safe End Vicarious Extinction Blocks the Return of Learned Fear " von Armita Golkar und Kollegen ist online am 10.9. in "Psychological Science" erschienen.

"Wiederaufleben von Ängsten verhindert"

Golkar wollte in ihrer Studie herausfinden, ob das Verschwinden von Ängsten sozial genauso stark beeinflusst wird wie das Erlernen. Dafür wurden 36 Probanden mithilfe von Elektroschocks dazu gebracht, ein bestimmtes Gesicht als furchterregend wahrzunehmen. Bei der anschließenden Vorführung eines Filmes, in dem die angsteinflößende Person vorkam, wurden die Gefühle der Probanden getestet.

Studienteilnehmer, die einen Film mit der betreffenden Person sahen, hatten weiterhin Angst. Weniger Angst hatten die Probanden indes, wenn in dem Film ein anderer Mensch ganz normal mit der furchterregenden Person interagierte.

Laut Golkar wird nicht nur das Gefühl von Sicherheit durch soziales Lernen von anderen übernommen: "Soziales Lernen verhindert auch das Wiederaufleben von Ängsten."

Stefanie Braunisch, science.ORF.at

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