Gedenkjahr 1938

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Radiopropaganda im Jahr 1938

Als die Nationalsozialisten 1938 in Österreich die Macht übernommen haben, war das noch junge Medium Radio wichtig, um ihre Propaganda zu verbreiten. Vor zwei Jahren entdeckte Tondokumente sind nun erstmals auf einer CD zu hören. 

Gefängnisgitter Strafanstalt Gerasdorf

1.000 NS-Verfahren, 20 Schuldsprüche

Seit 1955 sind mehr als 1.000 Verfahren gegen NS-Täter eingestellt worden. Schuldsprüche gab es in nur 20 Fällen, Freisprüche in 23. Das ist das Fazit eines Forschungsprojekts am Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW). 

Gedenkfeier 12. März 2018/1938

Wie Österreich „offiziell“ klingt

Österreich hat lange gebraucht, um für den Nationalsozialismus Verantwortung zu übernehmen. Das spiegelt sich auch in der Musik wider, die bei offiziellen Gedenkveranstaltungen gespielt wurde - 1988 wurde dabei zum Wendepunkt, wie Forscherinnen berichten. 

ÖVP ließ NS-Vergangenheit aufarbeiten

Die ÖVP hat die Anzahl von Politikerinnen und Politikern mit NS-Vergangenheit in ihren Reihen in einer Studie erheben lassen. Die Zahl liegt demnach prozentuell etwa gleichauf mit der Anzahl der NSDAP-Mitglieder in der Gesamtbevölkerung. 

Der österr. Kinderarzt Hans Asperger im Jahr 1971

Asperger an NS-Verbrechen beteiligt

Bekannt ist Hans Asperger als Namensgeber für eine Form von Autismus. Wie bisher unbekannte Dokumente belegen, war der Kinderarzt aktiv am „Euthanasie“-Programm der Nazis beteiligt. In zwei Fällen schickte er sogar „unheilbare“ Kinder in den Tod. 

Bundeskanzler Willy Brandt kniet am 7. Dezember 1970 vor dem Mahnmal im einstigen jüdischen Ghetto in Warschau, das dem Ghetto-Aufstand  gewidmet ist

Projektion erinnert an Aufstand im Ghetto

Vor 75 Jahren haben die Nazis die Große Synagoge von Warschau in die Luft gesprengt, nun kann man sie wieder sehen. Allerdings nur kurz: als Multimedia-Projektion zum Jahrestag des Aufstands im Warschauer Ghetto am 19. April. 

Stacheldraht vor dem ehemaligen KZ Mauthausen

„Verdrängte Jahre“ der ÖBB-Geschichte

Eine Ausstellung in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen beleuchtet die Rolle der Bundesbahnen im Nationalsozialismus von 1938 bis 1945: Die Schau „Verdrängte Jahre“ ist bis 24. August zu sehen. 

Plakat: "Ja" zur "Wiedervereinigung" Österreichs mit NS-Deutschland

99,7 Prozent stimmten für „Anschluss“

Am 12. März 1938 waren NS-Truppen in Österreich einmarschiert. Knapp ein Monat später, am 10. April, stimmten 99,7 Prozent der Österreicher bei der durch die NS-Propaganda vorbereiteten „Volksabstimmung“ für den „Anschluss“. 

Studenten auf der Rampe der Wiener Universität beim "Deutschen Gruß".

Im Blitztempo „judenfrei“

Sofort nach dem „Anschluss“ vor 80 Jahren begannen die Nazis, Österreichs Unis zu „säubern“. 2.700 Studierende, die meisten von ihnen Juden, wurden vertrieben, ein Drittel der Professoren entlassen. Schon Ende 1938 rühmten sich die Hochschulen, „judenfrei“ zu sein. 

Linolschnitt von Adolf Hitler

Erinnerung an Mexikos „Anschluss“-Veto

Mexiko hat am 19. März 1938 als einziges Land im Völkerbund gegen den „Anschluss“ Österreichs an Nazi-Deutschland protestiert. Am Montag, genau 80 Jahre danach, wurde deshalb am Wiener Mexikoplatz das Gedenkprojekt "Gekreuzte Geschichten“ eröffnet. 

Präparat: anatomischer Hirnschnitt

Was tun mit Gehirnpräparaten?

Manche Verbrechen der NS-„Euthanasie“ beschäftigen die Forschung bis heute: etwa die Gehirnpräparate von Patienten, die bis heute überdauert haben. Wie schwierig es ist, dieser Opfergruppe zu gedenken, beschreibt der Historiker Paul Weindling in einem Gastbeitrag. 

Hitlerrede am Heldenplatz am 15.3.1938

Der Schatten des 15. März 1938

Auch 80 Jahre danach bleibt der Wiener Heldenplatz untrennbar mit der Hitler-Rede vom 15. März 1938 verbunden. Heute ist er ein Symbol sowohl für die NS-Propaganda vom jubelnden Volk als auch für die Mitverantwortung an Verbrechen, schreibt die Historikerin Heidemarie Uhl in einem Gastbeitrag. 

Demonstrationen bei der "Schreckensnacht" von Imst

Die „Schreckensnacht“ von Imst

Ende April 1938 haben Nazis in der Tiroler Kleinstadt Imst einen Gewaltexzess gegen Austrofaschisten veranstaltet, der seinesgleichen sucht. Dem gingen Misshandlungen ab dem „Anschluss“ voraus. 

Menschen stehen vor einem Kruckenkreuz

Austrofaschistische „Säuberungen“

Die einst weltbekannte Wiener Medizinische Schule wurde mit der Machtübernahme der Nazis zerstört. Doch der Niedergang setzte bereits deutlich früher ein: zur Zeit des Austrofaschismus. 

Patientenbuch aus der Ausstellung „Die Wiener Medizinische Fakultät 1938-1945“

Als Ärzte zu Tätern wurden

Der „Anschluss“ Österreichs an Hitlerdeutschland am 12. März 1938 hatte auch auf die heimische Wissenschaft massiven Einfluss: Eine Ausstellung rekonstruiert, wie Ärzte zu "Schändern der ihnen anvertrauten Menschen wurden“. 

Mehrere Menschen heben glücklich die Hand zum Hitlergruß, während ein NS-Funktionär vor ihnen paradiert

Der „Anschluss“ vor 80 Jahren

Im Morgengrauen des 12. März 1938 marschieren NS-Truppen in Österreich ein - der Beginn des „Anschlusses“ an Hitler-Deutschland: Das Projekt „Zeituhr 1938“ und science.ORF.at zeichnen in einem „historischen Liveticker“ die Ereignisse von damals nach – Minute für Minute. 

Portait von Oliver Rathkolb

1938: Drei Tage Demokratie

Als Österreich 1938 vom Deutschen Reich annektiert wurde, trafen die Nazis nur auf geringen Widerstand. Der Zeithistoriker Oliver Rathkolb beleuchtet in einem Gastbeitrag die Vorgeschichte: eine Zusammenschau verdrängter Perspektiven. 

Kurt Schuschnigg bei der Ankunft in New York, September 1947

Das zweite Leben des Kurt Schuschnigg

Als Kanzler im autoritären Ständestaat ist Kurt Schuschnigg einer der mächtigsten Männer der Ersten Republik. Dem „Anschluss“ folgen sieben Jahre als Sondergefangener Nazi-Deutschlands. 1947 emigriert Schuschnigg schließlich in die USA - und beginnt ein neues Leben. 

Einmarsch der deutschen Truppen in Imst in Tirol am 12. März 1938

Pogrome schon vor dem „Anschluss“

Am 12. März 1938 marschierten Hitlers Truppen in Österreich ein. Schon ab der Nacht davor kam es in einigen Regionen Österreichs zu antisemitischen Pogromen, die nicht von oben angeordnet waren, sondern von ortsansässigen Akteuren ausgingen. 

Nach der Kapitulation am 11. März 1938: Österreicher zeigen den Hitlergruß

Der „Anschluss“ als 24-Stunden-Doku

Der Tag, der in die Katastrophe führte: Das multimediale Projekt „Zeituhr 1938“ rekonstruiert die ersten 24 Stunden des „Anschlusses“ in Echtzeit - und zeigt, mit welchen Mitteln die Nazis ihr Terrorregime errichteten.