Gedenkjahr 1938

Linolschnitt von Adolf Hitler

Erinnerung an Mexikos „Anschluss“-Veto

Mexiko hat am 19. März 1938 als einziges Land im Völkerbund gegen den „Anschluss“ Österreichs an Nazi-Deutschland protestiert. Am Montag, genau 80 Jahre danach, wurde deshalb am Wiener Mexikoplatz das Gedenkprojekt "Gekreuzte Geschichten“ eröffnet. 

Präparat: anatomischer Hirnschnitt

Was tun mit Gehirnpräparaten?

Manche Verbrechen der NS-„Euthanasie“ beschäftigen die Forschung bis heute: etwa die Gehirnpräparate von Patienten, die bis heute überdauert haben. Wie schwierig es ist, dieser Opfergruppe zu gedenken, beschreibt der Historiker Paul Weindling in einem Gastbeitrag. 

Hitlerrede am Heldenplatz am 15.3.1938

Der Schatten des 15. März 1938

Auch 80 Jahre danach bleibt der Wiener Heldenplatz untrennbar mit der Hitler-Rede vom 15. März 1938 verbunden. Heute ist er ein Symbol sowohl für die NS-Propaganda vom jubelnden Volk als auch für die Mitverantwortung an Verbrechen, schreibt die Historikerin Heidemarie Uhl in einem Gastbeitrag. 

Demonstrationen bei der "Schreckensnacht" von Imst

Die „Schreckensnacht“ von Imst

Ende April 1938 haben Nazis in der Tiroler Kleinstadt Imst einen Gewaltexzess gegen Austrofaschisten veranstaltet, der seinesgleichen sucht. Dem gingen Misshandlungen ab dem „Anschluss“ voraus. 

Menschen stehen vor einem Kruckenkreuz

Austrofaschistische „Säuberungen“

Die einst weltbekannte Wiener Medizinische Schule wurde mit der Machtübernahme der Nazis zerstört. Doch der Niedergang setzte bereits deutlich früher ein: zur Zeit des Austrofaschismus. 

Patientenbuch aus der Ausstellung „Die Wiener Medizinische Fakultät 1938-1945“

Als Ärzte zu Tätern wurden

Der „Anschluss“ Österreichs an Hitlerdeutschland am 12. März 1938 hatte auch auf die heimische Wissenschaft massiven Einfluss: Eine Ausstellung rekonstruiert, wie Ärzte zu "Schändern der ihnen anvertrauten Menschen wurden“. 

Mehrere Menschen heben glücklich die Hand zum Hitlergruß, während ein NS-Funktionär vor ihnen paradiert

Der „Anschluss“ vor 80 Jahren

Im Morgengrauen des 12. März 1938 marschieren NS-Truppen in Österreich ein - der Beginn des „Anschlusses“ an Hitler-Deutschland: Das Projekt „Zeituhr 1938“ und science.ORF.at zeichnen in einem „historischen Liveticker“ die Ereignisse von damals nach – Minute für Minute. 

Portait von Oliver Rathkolb

1938: Drei Tage Demokratie

Als Österreich 1938 vom Deutschen Reich annektiert wurde, trafen die Nazis nur auf geringen Widerstand. Der Zeithistoriker Oliver Rathkolb beleuchtet in einem Gastbeitrag die Vorgeschichte: eine Zusammenschau verdrängter Perspektiven. 

Kurt Schuschnigg bei der Ankunft in New York, September 1947

Das zweite Leben des Kurt Schuschnigg

Als Kanzler im autoritären Ständestaat ist Kurt Schuschnigg einer der mächtigsten Männer der Ersten Republik. Dem „Anschluss“ folgen sieben Jahre als Sondergefangener Nazi-Deutschlands. 1947 emigriert Schuschnigg schließlich in die USA - und beginnt ein neues Leben. 

Einmarsch der deutschen Truppen in Imst in Tirol am 12. März 1938

Pogrome schon vor dem „Anschluss“

Am 12. März 1938 marschierten Hitlers Truppen in Österreich ein. Schon ab der Nacht davor kam es in einigen Regionen Österreichs zu antisemitischen Pogromen, die nicht von oben angeordnet waren, sondern von ortsansässigen Akteuren ausgingen. 

Nach der Kapitulation am 11. März 1938: Österreicher zeigen den Hitlergruß

Der „Anschluss“ als 24-Stunden-Doku

Der Tag, der in die Katastrophe führte: Das multimediale Projekt „Zeituhr 1938“ rekonstruiert die ersten 24 Stunden des „Anschlusses“ in Echtzeit - und zeigt, mit welchen Mitteln die Nazis ihr Terrorregime errichteten. 

Archivbild von 1957: Will Quadflieg (r) als Faust und Gustaf Gründgens als Mephisto bei den Proben zu Goethes "Faust I"

„Halbgötter landen immer im Himmel“

Warum haben wichtige Teile der deutschen Kulturelite mit der NS-Barbarei kollaboriert? Der Literaturwissenschaftler Helmut Lethen sucht in fiktiven Dialogen nach einer Antwort. Seine Diagnose: „Halbgötter landen immer im Himmel.“ 

Filmdokumente „aus der braunen Zeit“

In den kommenden Tagen reflektieren das Filmarchiv Austria und das Filmmuseum den 80. Jahrestag des „Anschlusses“: Sie zeigen Dokumentationen, Propagandafilme und bisher unveröffentlichte Amateuraufnahmen aus der Nazizeit. 

„Kauft nicht bei Juden!“, Antisemitische Briefsiegelmarke, 1896

Pickerln und Gegen-Pickerln

Schon lange vor Hitler war Antisemitismus weit verbreitet. Eine wichtige Rolle dabei spielten Aufkleber im öffentlichen Raum. Die Ausstellung „Angezettelt“ in Wien zeigt Beispiele, die bis ins Jahr 1880 zurückgehen – aber auch historische Gegen-Pickerln. 

Adolf Hiter 1938 bei einem Aufmarsch in Wien

Zeitgeschichte-Schwerpunkt im ORF

Sieben Stunden neue Dokumentationen im TV, dazu ein umfangreicher Themenschwerpunkt in Radio und Internet: Das ORF-Programm steht anlässlich des Gedenkjahrs 2018 ganz im Zeichen der Zeitgeschichte. 

1938/2018: 2.140 Sendeminuten und Originalmaterial

Am 12. März 2018 wird der sogenannte „Anschluss“ Österreichs an das nationalsozialistische Deutschland 80 Jahre her sein. 2.140 Sendeminuten widmet der Radiosender Ö1 in den kommenden Tagen und Wochen dem Jahrestag. 

Plattform zum „Gedenkjahr 2018“ online

2018 ist das Jahr der Jubiläen. Auf einer Internetplattform der Österreichische Mediathek sind ab sofort Zeitdokumente aus 1918, 1938, 1968 und 1988 für alle zugänglich. 

Porträtfoto von Albert Speer

Zweite Karriere als „guter Nazi“

Albert Speer war direkt an der Errichtung von Konzentrationslagern beteiligt. In Nürnberg verurteilt, machte der NS-Rüstungsminister nach seiner Haftentlassung 1966 eine erstaunliche zweite Karriere: als Entlastungszeuge und „guter Nazi“. 

Menschenmenge vor dem Parlament am 12. November 1918

So wird das Jubiläumsjahr 2018

2018 ist das Jahr der Jubiläen. Das wichtigste aus Österreich: Die Republik wird 100. In Zeiten bedrohter Demokratien ist die Erinnerung an ihre Fundamente besonders wichtig, meint die Historikerin Heidemarie Uhl. 

Plakat der Wörthersee-Sportwoche im Juli 1939

Verschollene Plakate aufgetaucht

Politische Plakate sind eine wichtige Quelle der Zeitgeschichte. In einem Archiv in Wien wurden nun Hunderte Plakate einer verloren geglaubten Sammlung wiederentdeckt. Sie zeigen vor allem Motive des frühen Nationalsozialismus in Österreich.