Neuer Anlauf nach schwerer Panne

Fünf Monate nach einem dramatischen Fehlstart sollen wieder Raumfahrer die Besatzung der ISS verstärken. Die Sojus-Kapsel am russischen Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan ist startbereit. Sie soll heute um 20.14 Uhr mitteleuropäischer Zeit abheben.

Die US-Astronautin Christina Koch, ihr Landsmann Nick Hague und der Russe Alexej Owtschinin werden am Freitagmorgen auf der Raumstation erwartet. Der Flug zum Außenposten der Menschheit wird etwa sechs Stunden dauern.

Trägerrakete abgestürzt

Mitte Oktober war es in Baikonur zu einer folgenschweren Panne gekommen. Owtschinin und Hague konnten unverletzt gerettet werden. Die Trägerrakete hatte sich 119 Sekunden nach dem Start wegen technischer Probleme abgeschaltet und war daraufhin abgestürzt. Als Ursache gab die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos einen Baufehler an.

Sojus Trägerrakete hebt vom Weltraumbahnhof ab

APA/AFP/Kirill KUDRYAVTSEV

Oktober 2018: Die Sojus MS-10 kurz nach dem Start - zwei Minuten später versagten die Systeme.

Roskosmos-Chef Dmitri Rogosin hatte kurz nach der Panne mit Blick auf die beiden geretteten Raumfahrer gesagt: „Die Jungs werden auf alle Fälle fliegen.“ Nach der Panne hatte es Anfang Dezember wieder einen bemannten Flug mit drei Raumfahrern zur ISS gegeben.

Neue Fehler entdeckt

Zurzeit arbeiten der Russe Oleg Kononenko, der Kanadier David Saint-Jacques und die US-Astronautin Anne McClain auf der ISS. Sie und ihre Kollegin Koch sollen Ende des Monats den ersten ausschließlich mit Astronautinnen besetzten Außeneinsatz absolvieren.

Vor dem nun geplanten Flug zum Außenposten der Menschheit hatte es erneut einen Fehler an der Sojus-Rakete gegeben. Die Störung sei aber bereits behoben worden, sagte Owtschinin bereits am Mittwoch der Agentur Interfax zufolge. Um welchen Fehler es sich handelte, wurde nicht mitgeteilt. Er sei am Dienstag bei einer Überprüfung entdeckt worden. In aller Regel bleiben die Raumfahrer rund sechs Monate im All.

science.ORF.at/dpa

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