Kosmetikprodukte im Supermarkt
AFP/SEBASTIEN BOZON
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Konsumverhalten

So landen weniger Schadstoffe im Körper

Es zahlt sich aus, beim Kauf von Kosmetik und Haushaltprodukten auf Inhaltsstoffe zu achten. Wie eine US-Studie zeigt, haben achtsame Konsumentinnen und Konsumenten tatsächlich weniger potenziell schädliche Chemikalien im Urin.

Parabene im Haarshampoo, Triclosan in der Zahnpaste oder Duftstoffe in der Körpercreme – chemische Zusatzstoffe sollen Kosmetikprodukte haltbarer und attraktiver machen. Einige Substanzen sind allerdings in den letzten Jahren in Verruf geraten. Manche können Allergien auslösen, andere wirken ähnlich wie Hormone. Solche endokrinen Disruptoren können unter anderem zu Fortpflanzungsproblemen führen und sogar schwere Erkrankungen wie Krebs begünstigen. Aus diesem Grund greifen immer mehr Konsumentinnen und Konsumenten zu zusatzfreien Alternativen oder lesen zumindest das Kleingedruckte. Das ist zwar mühsam, dürfte sich aber auszahlen, wie eine aktuelle Studie des US-amerikanischen Silent Spring Institute nahelegt.

Im Rahmen eines landesweiten Biomonitoring-Projekts sammelten Hauptautorin Robin Dodson und ihre Kollegen Urinproben von 726 US-Bürgerinnen und -Bürgern. Diese wurden nach zehn bekanntermaßen hormonell wirksamen Substanzen durchsucht, wie z.B. Parabene, Triclosan, der Plastikweichmacher Bisphenol-A (BPA) und Benzophenon-3, ein chemischer UV-Filter. Zusätzlich sollten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Angaben zu den von ihnen verwendeten Produkten und zu ihrem Konsumverhalten machen.

Konsumverhalten reicht nicht

Wie die Forscherinnen und Forscher nun im “International Journal of Hygiene and Environmental Health“ berichten, achtete ein großer Teil auf die Beschriftung bei Kosmetik- und anderen Alltagsprodukten. Tatsächlich war die Belastung mit chemischen Schadstoffen niedriger als im US-Durchschnitt, heißt es in einer Aussendung zur Studie.

Kosmetikverpackungen, Tiegel in verschiedenenen Größen
AFP/ALAIN JOCARD
In Kosmetikprodukten finden sich oft unerwünschte Zusatzstoffe

Die Unterschiede zeigten sich auch innerhalb der Stichprobe: Jene Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die Produkte mit Parabenen, Triclosan und Duftstoffen meiden, hatten die geringsten Mengen dieser Stoffe im Urin. Bei anderen Substanzen scheint es hingegen nicht so viel zu nutzen, wenn man versucht, sie beim Einkauf zu vermeiden. Das gilt etwa für BPA – es muss aus anderen Quellen stammen, die den Konsumentinnen und Konsumenten nicht bewusst sind. Laut Dodson kann man sich offenbar nicht ganz „freikaufen“: „Es geht um mehr als um eine Konsumentscheidung“, so die Forscherin in der Aussendung.

Produktbeschriftungen sollten transparenter und verständlicher werden, aber auch das sei noch nicht genug. „Letztlich sollte die Industrie in harmlosere Alternativen investieren, und strengere Regulierung sollten dafür sorgen, dass schädliche Substanzen erst gar nicht in den Produkten landen.“