Westeuropa

Bronzezeit: Hirseanbau wegen Trockenheit

In der späten Bronzezeit erschien Hirse auf dem Speiseplan der Menschen in Westeuropa. Der Anbau des widerstandsfähigen Getreides war wohl eine Antwort auf die Trockenheit, die zu dieser Zeit in Europa herrschte, so das Ergebnis einer neuen Studie.

Die Bronzezeit war geprägt von Klimaveränderungen, Bevölkerungswachstum und aufblühenden Handelsbeziehungen. Für die nun im Fachmagazin „PLOS ONE“ erschienene Studie rekonstruierten Archäologen der Universität Genf und der spanischen Universität Pompeu Fabra (UPF) in Barcelona nun anhand von dutzenden menschlichen und tierischen Skeletten sowie Pflanzenproben aus der Westschweiz und der Haut-Savoie in Frankreich, wie die Menschen auf diese Umwälzungen reagierten.

Beginnender Handel

Demnach zeigten die biochemischen Analysen von Knochen und Zähnen, dass während der frühen Bronzezeit vor allem Gerste und Weizen auf dem Speiseplan der Menschen stand. „Aber ab der späten Spätbronzezeit stellen wir fest, dass Hirse eingeführt wurde, eine Pflanze aus Asien, die in einer eher trockenen Umgebung wächst“, so die Erstautorin Alessandra Varalli von der UPF in einer gemeinsamen Mitteilung der Universitäten. Der Anbau des nicht heimischen Getreides markiert demnach den Beginn eines aufblühenden Handels zwischen verschiedenen Kulturen.

Die neu eingeführten Getreidesorten wuchsen schneller und waren widerstandsfähiger gegen Trockenheit. Dies könnte laut den Forschenden eine wichtige Rolle für die Versorgungssicherheit gespielt und vielleicht zum Bevölkerungswachstum in der Spätbronzezeit beigetragen haben.

Die Mahlzeiten der Frauen, Männer und Kinder waren übrigens erstaunlich ähnlich. Männer aßen also nicht etwa mehr Fleisch oder Milchprodukte als Frauen. Ebenfalls zeigten die Analysen, dass Fisch wohl nicht auf dem Speiseplan der Menschen stand. Und das, obwohl die Westschweiz reich an Seen und Flüssen ist.