Birke in einem Park: Mit den Frühlingstemperaturen steigt auch die Pollenbelastung, was vielen Menschen mit Allergien zu schaffen macht.
APA/ROLAND SCHLAGER
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Allergie

Weit transportierte Pollen verlängern Saison

Nicht nur die Klimaerwärmung verlängert die Allergiesaison, auch Pollen von mehreren hundert Kilometer entfernt blühenden Pflanzen tragen dazu bei. Wie Forscher berichten, werden an Messstationen oft Pollen von Pflanzen aufgefangen, bevor diese in der Region blühen.

„Das Phänomen an sich ist bekannt, aber bisher hatte noch niemand systematisch untersucht, wie häufig dies vorkommt“, sagte Annette Menzel, Professorin für Ökoklimatologie an der der Technischen Universität München (TUM). Für ihre im Fachjournal „Frontiers in Allergy“ erschienene Studie werteten die Forscher die Daten von drei bayerischen Pollen-Messstationen über 30 Jahre für sieben Pollenarten aus. In einer Detailstudie zu fünf der sieben Arten stellten die Forscher in 63 Prozent der Fälle weit transportierte Pollen fest – teils in einer klinisch relevanten Menge.

Zehn Tage früher

Zum Beispiel wurden Birkenpollen an einer Teststation aufgefangen, obwohl Birken in der Region erst mindestens zehn Tage später zu blühen begannen. Dadurch könnten Allergiker unter zusätzlichen Belastungen leiden und die Saison länger dauern, als anhand der Blühzeiten vor Ort anzunehmen sei, so Menzel. Zudem wurden Pollen von Pflanzen in der Luft gemessen, die in der jeweiligen Region eigentlich gar nicht vorkommen.

Pollenallergiker leiden wegen des Klimawandels ohnehin immer öfter unter Beschwerden. Wärmere Temperaturen lassen Pflanzen früher blühen, höhere Kohlendioxid-Konzentrationen erhöhen zudem die Pollenproduktion.