Jemand macht einen Corona-Schnelltest
APA/BARBARA GINDL
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Hitze kann Ergebnisse von Schnelltests verfälschen

Die Aussagekraft von Coronavirus-Schnell- und -Selbsttests kann laut einer neuen Studie relativ leicht durch hohe Temperaturen beeinträchtigt werden. Anwender, aber auch Verkäufer solcher Tests sollten die vorgeschriebene Lagertemperatur unbedingt einhalten.

"Es darf nicht zu heiß werden. Selbsttests sollten nicht direkt am Fenster in der Sonne liegen oder im Sommer in der Hosentasche mit herumgetragen werden“, sagte Jan Felix Drexler vom Institut für Virologie der Berliner Universitätsklinik Charité der Deutschen Presse-Agentur am Montag. Auch die Lagerung von Tests im Kühlschrank und die Anwendung danach in der Wärme könne das Ergebnis verfälschen.

Kondensation ein Grund für die Verfälschung

In der Regel empfehlen Hersteller eine Lagerung zwischen fünf und 30 Grad und eine Anwendung bei Raumtemperatur, üblicherweise zwischen 15 und 30 Grad, wie Drexler sagte. Nach Daten, die der Professor mit Kollegen im „Journal of Clinical Virology“ veröffentlicht hat, reichen jedoch schon kurzzeitig niedrigere oder höhere Temperaturen – und ein Teil der untersuchten Tests zeigt ein falsches Ergebnis.

Sowohl die sogenannte Sensitivität, als auch die Spezifität solcher Tests kann demnach beeinträchtigt werden. Das bedeutet, dass Infizierte fälschlicherweise ein negatives Ergebnis erhalten können – und Gesunde umgekehrt ein positives. Drexler erläuterte, dass etwa Kondensation ein Grund für die Verfälschung sein kann.

„Die Ergebnisse unserer Studie bedeuten nicht, dass man gar keine Schnelltests benutzen sollte“, sagte Drexler. „Die Menschen sollten sich aber bewusst sein, dass es sich lediglich um eine Maßnahme zum Verringern des Risikos handelt. Ein negatives Ergebnis ist kein Freifahrtschein.“ Durch falschen Umgang mit Tests dürften die mühsam errungenen Lockerungen nun nicht aufs Spiel gesetzt werden.

Schnelltests sind immer nur Momentaufnahme

Schnell- und Selbsttests sind ohnehin weniger zuverlässig als Labortests (PCR). Positive Ergebnisse sollen deshalb immer im Labor überprüft werden. Wie Drexler betonte, kann eine falsche Probenentnahme, aber eben auch eine falsche Lagerung zu weiterer Beeinträchtigung führen.

„Man sollte immer den Beipackzettel lesen und den Test so gründlich wie möglich durchführen. Und sich bewusst sein, dass schon entlang der gesamten Kette vom Hersteller über den Transport bis in die Auslieferung etwas schief gegangen sein kann.“ Als Beispiel nannte er Lastwagen, die in der Sonne im Stau stehen. Zudem stellen Schnelltest-Ergebnisse immer nur eine Momentaufnahme dar. „Man kann morgens negativ sein und abends infektiös.“