Rote Landkrabbe
Colin Marshall / imageBROKER / picturedesk.com
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Artenschutz

Comeback der Roten Landkrabbe

Roten Landkrabben sind eine Schlüsselart auf der zu Australien gehörenden Weihnachtsinsel. Ihr Paarungsmarsch gilt als eines der größten Naturspektakel der Welt. U. a. Ameisen haben die Krabben jahrzehntelang dezimiert. Nun ist ihre Zahl aber wieder auf das Niveau der 1990er Jahre gestiegen.

Schätzungen zufolge gebe es mittlerweile etwa 190 Millionen der knallroten Krebstiere auf der Insel, sagte Tanya Detto, Koordinatorin des Christmas Island Invasive Species Project, der Deutschen Presse-Agentur. Von 2001 bis 2015 seien es nur etwa 40 bis 50 Millionen gewesen.

Feindliche Ameisen

Dutzende Millionen der Tiere seien aber noch zu klein, um sich auf die Wanderung zu machen und fortzupflanzen. „Viele dieser kleinen Krabben werden wahrscheinlich nicht überleben, bis sie erwachsen sind“, so Detto. Die Population werde sich deshalb wohl wieder da einpendeln, wo sie vor dem Auftauchen der Gelben Spinnerameise stand – bei etwa 120 Millionen Exemplaren.

Natürliche Feinde haben die Krabben eigentlich nicht, abgesehen von eben jener Ameisenart (Anoplolepis gracilipes), die in den 1990er Jahren wohl von einem Schiff aus Afrika eingeschleppt wurde. Die Insekten können mit ihrem Gift die Augen der Krabben verätzen, so dass sie erblinden und sterben. „Seit den 1990er Jahren haben sie so schätzungsweise 30 bis 80 Millionen Krabben getötet“, so Detto. Normalerweise werden Weihnachtsinsel-Krabben 15 bis 25 Jahre alt.

Erfolgreiche Rettungsaktion

Die staatliche Behörde Parks Australia hat jahrelang versucht, die Ameisen auszurotten – offenbar erfolgreich, unter anderem mit biologischen Mitteln. „Erwachsene Krabben haben nun eine größere Wahrscheinlichkeit zu überleben und Eier zu produzieren“, sagte Detto.

Die Tiere marschieren zur Regenzeit gemeinschaftlich zur Küste. Dort angekommen, graben die Männchen Höhlen und warten auf Weibchen zur Paarung. Die Weibchen bleiben danach etwa zwei Wochen lang in den Höhlen, bis sie ihre Eier in den Ozean abgeben. Dort schlüpfen die Larven und kehren später als Babykrabben zurück. Wenn die Babys zurückkommen, haben sie laut Detto nun eine größere Chance, erwachsen zu werden.

Schlüsselart für die Insel

Gefahr drohte lange auch vom Menschen, vor allem von Autos: Früher kamen viele Krabben auf ihrem Weg unter die Räder. Inzwischen wurden entlang der wichtigsten Strecke Straßen geschlossen sowie Unterführungen und Brücken gebaut.

Aus bisher nicht bekannten Gründen kehren zudem seit acht Jahren viel mehr Babykrabben aus dem Meer zur Weihnachtsinsel zurück als zuvor. „Es gibt viel, was wir nicht über die Krabben wissen, speziell in ihrem Larvenstadium“, so Detto. Der Boom der Tiere sei aber für die Weihnachtsinsel eine extrem gute Nachricht: „Die roten Krabben sind eine Schlüsselart auf der Insel und prägen das gesamte Ökosystem.“