140 Mio. Euro jährlich

Politik legt Forschungsschwerpunkte fest

Von 2022 bis 2025 stehen unter dem Titel „Fonds Zukunft Österreich“ jährlich 140 Mio. Euro zur Verfügung. Die für Forschung zuständigen Ministerien haben nun die strategischen Schwerpunkte für die Verteilung der Mittel 2022 fixiert – sie reichen von „Pandemic Preparedness“ über Künstliche Intelligenz bis zu radikaler Innovation.

Mit dem neu geschaffenen „Fonds Zukunft Österreich“ (FZÖ) will die Regierung ein „zentrales Finanzierungsinstrument zur strategischen Schwerpunktsetzung für wichtige Zukunftsfelder und -technologien in Grundlagen- und angewandter Forschung“ schaffen. Die Schwerpunkte für das laufende Jahr haben nun Bildungs-, Klimaschutz- und Wirtschaftsministerium vorgegeben. Mit dem vergangenen Herbst beschlossenen Bundesbudget wurde der Ausfall der Mittel der Nationalstiftung für Forschung kompensiert.

Die Schwerpunkte ordnen sich den drei wesentlichen Zielen der Forschungsstrategie 2030 unter: Für die Finanzierung österreichischer Beteiligungen an EU-Partnerschaften im Gesundheitsbereich sollen sieben bis 12 Mio. Euro und für die nationale Ko-Finanzierung beim Digital Europe-Programm acht bis zehn Mio. Euro zur Verfügung gestellt werden, für die zukünftige Bekämpfung von Pandemien („Pandemic Preparedness“) drei bis fünf Mio. Euro und für nicht-kommerzielle klinische Forschung sechs bis zehn Mio. Euro.

Bis zu 25 Mio. Euro für radikale Innovationen

Weiters gibt es für die Beteiligung an internationalen Forschungsinfrastrukturen zehn bis 20 Mio. Euro, für Förderungen im Bereich Künstliche Intelligenz (KI) sowie für Forschung und Entwicklung im Halbleiterbereich jeweils zehn bis 12 Mio. Euro. Zudem sind sechs bis neun Mio. Euro für datengetriebene Forschung über die Gesellschaft, 10 bis 20 Mio. Euro für exzellente Forschungsgruppen, zehn bis 12 Mio. Euro für anwendungsorientierte Grundlagenforschung und 20 bis 25 Mio. Euro für disruptive bzw. radikale Innovationen vorgesehen. Schließlich sollen 15 bis 25 Mio. Euro in Nachwuchsförderung gehen.

Vorschläge bis Mai möglich

Mit Ende 2020 sind zwei wichtige Finanzierungsquellen der Forschungsförderung in Österreich ausgelaufen. Das war einerseits die 2017 beschlossene Sonderdotierung der Nationalstiftung mit jährlich 100 Mio. Euro, andererseits der – aus den Einnahmen aus dem erhöhten Steuersatz von 55 Prozent gespeiste – Österreich-Fonds mit Ausschüttungen in Höhe von jährlich rund 33 Mio. Euro. Zusammen mit ebenfalls über die Nationalstiftung vergebenen ERP-Zinserträgen standen damit zentralen Forschungsförderungsinstitutionen im Vorjahr insgesamt rund 140 Mio. Euro nicht mehr zur Verfügung, dieser Ausfall wurde für 2021 nur zum Teil kompensiert.

Die Förderagenturen wie Wissenschaftsfonds FWF, Forschungsförderungsgesellschaft FFG, Christian Doppler Gesellschaft (CDG), Austria Wirtschaftsservice (aws), etc. können nun bis Mai Vorschläge machen, wie sie diese Schwerpunkte in ihrem jeweiligen Förderbereich umsetzen wollen.