Kalifornischer Oktopus (Octopus bimaculoides)
Tom Kleindinst, Marine Biological Laboratory
Tom Kleindinst, Marine Biological Laboratory
Genetik

Warum Oktopusse so intelligent sind

Oktopusse haben eines der raffiniertesten Nervensysteme in der Tierwelt. Ihre Intelligenz verdanken sie wahrscheinlich Umbauaktionen auf dem Erbgut, wie Wiener Forscherinnen und Forscher nun festgestellt haben.

Bei Muscheln und anderen Tieren verstreute Erbgutteile rotten sich bei Tintenfischen zu Gruppen mehrerer Nervenzellengene zusammen. Diese Nachbarschaft erleichtert Interaktionen und damit konnten sie vermutlich ein sehr effektives Nervensystem entwickeln, so die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in zwei Studien in der Fachzeitschrift „Nature Communications“.

Teams um Elly Tanaka vom Forschungsinstitut für Molekulare Pathologie (IMP) in Wien und Oleg Simakov vom Department für Neurowissenschaften und Entwicklungsbiologie der Universität Wien stellten die Genome dreier Tintenfischarten zusammen: Vom „Kalifornischen Zwei-Punkte Oktopus“ (Octopus bimaculoides), vom „Hawaiianischen Zwergtintenfisch“ (Euprymna scolopes), der laut den Forschern etwas kleiner als ein Teebeutel ist, und des „Bostoner Markt-Tintenfisches“ (Doryteuthis pealeii).

Gehirnleistung vergleichbar mit Hunden

„Die Chromosomen der Tintenfische unterschieden sich stark von denen jeder anderen Tiergruppe“, so die Forscherinnen und Forscher. Sie bilden „völlig neue Kombinationen“. Von den hunderten neu miteinander verbundenen Gengruppen gebe es zum Beispiel eine mit fünf für die Nervenentwicklung wichtigen Genen.

Möglicherweise haben solche Umstrukturierungen ermöglicht, dass sie eines der raffiniertesten Nervensysteme in der Tierwelt haben, das ihnen Gehirnleistungen ermöglicht, die zumindest mit jener von Hunden vergleichbar seien.