Eine Hundert-Dollar-Note mit dem Porträt von Benjamin Franklin
AFP/PAUL J. RICHARDS
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Banknoten

Wie Benjamin Franklin Geld vor Fälschern schützte

Sicherheitsmerkmale wie Hologramme und Wasserzeichen schützen modernes Papiergeld vor Fälschungen. Wie eine Studie nun zeigt, versuchte man in den USA schon im 18. Jahrhundert mit ähnlichen Mitteln Fälscher abzuschrecken. Benjamin Franklin, einer der Gründerväter der USA, soll selbst dafür gesorgt haben.

Heute ziert ein Porträt Benjamin Franklins 100-US-Dollar-Banknoten. Der auch als „erster Amerikaner“ bezeichnete Gründervater war maßgeblich an der Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten beteiligt. Weniger bekannt ist, dass er bei der Einführung des US-amerikanischen Geldsystems ebenfalls eine wichtige Rolle spielte, schreiben die Forscher und Forscherinnen um Khachatur Manukyan von der Universität Notre Dame in den „Proceedings of the National Academy of Sciences“. Als Franklin im Jahr 1728 seine erste Gelddruckerei eröffnete, war Papiergeld noch ein relativ neues Konzept – anders als Münzen und Gold hatte es keinen Wert an sich.

Goldene Ära für Fälscher

Im Lauf der Zeit baute Franklin ein ganzes Netzwerk aus Gelddruckereien auf, in denen er etwa 2,5 Millionen Geldnoten drucken ließ. Mit dem neuen Papiergeld begann auch für Fälscher eine goldene Ära, denn die eigentlich wertlosen Scheine ließen sich zumindest zu Beginn ohne viel Aufwand kopieren.

Als Reaktion auf das viele Falschgeld ersannen Franklin und seine Angestellten verschiedene Wege, die das neue Geld fälschungssicherer machen sollten. In den frühen 1740er Jahren begann er beispielsweise, Blätter mit ihrer einzigartigen Struktur in den Druckprozess zu integrieren. Außerdem baute er gezielte Fehler in die Aufdrucke ein. Wahrscheinlich war er auch an der Entwicklung eines neuartigen Papiers beteiligt, schreiben Manukyan und Co. in ihrer Studie.

Eigene Tinte

Mit spektroskopischen, bildgebenden und traditionellen Methoden hat das Team untersucht, welche Sicherheitsmerkmale Franklins Scheine noch hatten. Analysiert und verglichen wurde unter anderem die Struktur sowie die Zusammensetzung der Farben, des Papiers und seiner Fasern von insgesamt 600 Geldscheinen, die von 1709 bis 1790 in Franklins Druckereien, in anderen Anlagen und von Fälschern hergestellt worden waren. Die historischen Banknoten stammen aus einer Sammlung der Universität Notre Dame.

Künstlerische Darstellung von Benjamin Franklin vor Banknoten aus seiner Zeit
Kristina Davis
Künstlerische Darstellung: Benjamin Franklin vor Banknoten seiner Zeit

Tatsächlich fanden die Forscher und Forscherinnen weitere bisher unbekannte Besonderheiten auf Franklins Scheinen. Unter anderem wurde eine spezielle Tinte auf Basis von Naturgrafit verwendet. Fälscher und andere Gelddruckereien verwendeten damals meist Farbe aus verbranntem Pflanzenöl oder vermahlenen Knochen.

Bläulicher Ton und Lichtreflexe

Außerdem enthielten die Geldscheine bereits ab 1739 bläuliche Mikrofasern, die dem Papier einen anderen Ton verliehen. Laut den Studienautoren und -autorinnen dachte man bisher, diese Technik sei erst etwa 100 Jahre später aufgekommen. Generell sei die Verwendung von hochwertigem Papier eine gute Methode gewesen, sich von Fälschern abzugrenzen, die sich meist auf die Gestaltung der Banknoten konzentrierten.

Wie die Analysen noch zeigten, enthielt das Papier in Franklins Anlagen ab 1754 auch winzige, durchsichtige Kristalle. Das Team vermutet, dass diese Beigabe einen doppelten Zweck erfüllte. Das Papiergeld war dadurch haltbarer bzw. besser geschützt vor Abnutzungen. Außerdem sei Franklin wohl nicht entgangen, dass die größeren Kristalle an der Oberfläche Licht reflektierten, sobald man die Scheine knickte. Laut Manukyan und Co. werden ähnliche Methoden bis heute verwendet, um Geld fälschungssicher zu machen. Die frühen Sicherheitsmerkmale fanden sich übrigens nur bei Banknoten ab einem Nennwert von acht Dollar, für geringere Beträge war der Fälschungsschutz vermutlich zu aufwendig.