Studie: Contact-Tracing alleine reicht nicht

Rund 40 Prozent der zwischen Juni 2020 und März 2022 mit dem Coronavirus infizierten Personen in der Schweiz sind über Contact-Tracing identifiziert worden. Diese Resultate einer neuen Studie legen laut der Universität Genf nahe, dass alleiniges Contact-Tracing nicht ausreichte, um die Ausbreitung von Covid-19 zu verhindern.

Mit Contact-Tracing ist das Nachverfolgen von Kontakten der mit dem Virus infizierten Personen gemeint. Dies mit dem Ziel, weitere Ansteckungen zu verhindern. „Die Wirksamkeit dieser Strategie hängt hauptsächlich von den Eigenschaften der Krankheit in Bezug auf Symptome, Ansteckungsfähigkeit und Übertragungswege ab“, so Delphine Courvoisier von der Universität Genf.

„Im Fall von Ebola zum Beispiel, wo Patienten erst nach dem Einsetzen von Symptomen ansteckend sind, oder näher an uns, im Fall von Masern, hat sich das Contact-Tracing als wirksam erwiesen, um Übertragungsketten zu unterbrechen.“

Zusätzliche Maßnahmen notwendig

Um die Wirksamkeit des Contact-Tracings während der Coronavirus-Pandemie zu bewerten, analysierte ein Forschungsteam um Courvoisier die Daten von mehr als 140.000 Coronafällen, die zwischen Juni 2020 und März 2022 im Kanton Genf erfasst wurden. Die im Fachjournal „Eurosurveillance“ publizierte Studie zeigt, dass im Durchschnitt 41 Prozent der Personen, die von einer im selben Haus wohnenden Person angesteckt wurden, dem Contact-Tracing von dieser Person gemeldet wurden.

Diese Abdeckung reiche nicht aus, um die Ausbreitung von Covid-19 zu stoppen, hieß es in der Studie. Die Autorinnen und Autoren schlagen vor, dass zur Eindämmung des Coronavirus jeweils auch Maßnahmen ergriffen werden sollten, die darauf abzielen, unbemerkte Ansteckungen zu vermeiden. Als Beispiele nennen sie das Tragen von Gesichtsmasken, Luftfilter und Einschränkungen von Versammlungen.