Australseeschwalbe, Vogel, Neuseeland
Michel – stock.adobe.com
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Neuseeland

Rekordbrutsaison für seltensten Vogel

Die Australseeschwalben – die am meisten bedrohte Vogelart Neuseelands – schauen auf eine rekordverdächtige Brutsaison zurück. Insgesamt wurden 22 Eier gelegt, aus denen 18 gesunde Kücken schlüpften, wie das Department of Conservation (DOC) am Mittwoch mitteilte.

Das sind stolze Zahlen, gibt es doch heute in dem Pazifikstaat weniger als 40 Exemplare der weiß-grauen Vögel mit ihrem markanten schwarzen Oberkopf und den schwarz umrandeten Augen.

Die „Fairy terns“ oder „tara iti“, wie sie in ihrer Heimat heißen, brüten heute überhaupt nur noch an fünf Nistplätzen im Norden des Landes. „Das Besondere in diesem Jahr ist die höhere Erfolgsrate beim Überleben der Kücken, gepaart mit dem Fehlen widriger Wetterbedingungen früherer Brutzeiten“, so DOC-Ranger Alex Wilson. Im vergangenen Jahr habe der Zyklon Gabrielle fünf erwachsene Exemplare und alle Kücken bis auf eines getötet. In diesem Jahr seien hingegen bereits 13 der Jungvögel geflogen.

Die Kücken seien im Auckland Zoo von Hand aufgezogen worden, bevor sie in eine eigens errichtete Voliere in einem räubersicheren Gehege gebracht worden seien. „Hier durchlaufen die Kücken entscheidende Entwicklungsstadien und verfeinern ihre Flug- und Nahrungssuchefähigkeiten in einer natürlichen Umgebung“, so Wilson. Dabei sollen sie langsam an das Leben in Freiheit gewöhnt werden.

Die kleinen Vögel waren einst an den Küsten der Nordinsel und auch an Flussmündungen auf der Südinsel weit verbreitet. Heute gibt es nur noch zehn Brutpaare. Zu den größten Bedrohungen gehören neben Wetterereignissen wie Stürmen und Überflutungen die Zerstörung des natürlichen Lebensraums durch den Menschen sowie eingeführte Raubtiere wie Ratten, Katzen, Igel und Marder. Aber auch Strandaktivitäten – darunter der Einsatz von Drohnen oder Lagerfeuer – stören die Tiere und vertreiben sie aus ihren Nestern.